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Jan Jacobowitz siegt verdient bei Saisonauftakt in neuem Spiellokal

17. Februar 2011

Bericht Berliner Meisterschaft Februar 2011

Wer nach den ersten Runden der Vorrunde des ersten Ranglistenturniers der Berliner Meisterschaft 2011 auf die Ergebnisse und die Rangliste gesehen hätte, hätte scherzhaft zum Schluss kommen können: Sind die Katzen aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

Favoritensterben in der Vorrunde
Denn nachdem ich mich als frischgebackener Berliner Meister 2010 beim ersten Turnier auf die Turnierleitung beschränke, nachdem der mehrmalige Berliner Meister Matthias Strumpf diesmal leider fehlt, und nachdem Favoriten wie Christian Plenz und Peter van de Bruck ebenso schwer ins Turnier kommen wie Ralf Sudbrak, Igor Kaplanski, Gerhard Zerbin, Mitveranstalter Dankwart Plattner oder Carsten Wenderdel, die alle in der Rangliste des Jahres 2010 unter den ersten zehn zu finden waren, grüßen plötzlich neue, unverbrauchte und unerwartete Gesichter von der Spitze der Tabelle: Hamid Akbari, Tim Schüttler oder Mejer Breslav hatten schon das eine oder andere Mal auf sich aufmerksam gemacht, dennoch ist es eine positive Überraschung, wie sie die Gunst der Stunde nutzen und die Vorrunde dominieren, sodass sie nach der Vorrunde die ersten drei Plätze belegen. Erfreulich ist auch der Auftritt von Frank Maschkiwitz, auch wenn ihm nach zwei Siegen zum Auftakt etwas die Luft ausgeht und er das Viertelfinale leider verpasst.

Die Favoriten kämpfen verbissen und haben fast alle vor der letzten Runde noch eine Chance aufs Weiterkommen: Doch Gerhard Zerbin, Igor Kaplanski, Carsten Wenderdel und Peter van de Bruck im direkten Duell mit Ralf Sudbrak nützt selbst ein Sieg zum Abschluss nichts mehr. Einzig Christian Plenz schafft es gerade so ins Viertelfinale. Dafür qualifiziert sich außerdem Klaus Klein, der ein bemerkenswertes Comeback nach langer Durststrecke startet.

Willkommen im Café Kleisther

Das Februarturnier war das erste unter neuer Turnierleitung und das erste in unserem neuen Spiellokal, dem Café Kleisther.

In der Organisation gibt es sicherlich noch die üblichen Kinderkrankheiten, aber wir haben das Turnier ohne Pannen über die Bühne gekriegt. Wenn wir richtig firm sind, werden wir auch beide mitspielen können.

Der Eindruck vom Café Kleisther ist aus unserer Sicht sehr positiv. Auch hier gibt es sicher Dinge, die sich einspielen müssen, aber die Möglichkeit, im Spiellokal leckere Gerichte verschiedener, auch sehr günstiger Preisklassen essen zu können, die aufmerksame Bedienung und vor allem die großzügigen Räumlichkeiten machen den Turniertag aus meiner Sicht zu einer sehr positiven Erfahrung.

Dass 23 Spieler erschienen waren, freut uns sehr und wir hoffen, dass wir den Vertrauensvorschuss rechtfertigen konnten und auch in Zukunft eine so positive Teilnehmerzahl haben werden!

First Second Chance

Eine erfolgreiche Stippvisite nach Berlin ist es für eine kleine Gruppe Hamburger Spieler; wir hoffen auf eine Wiederholung, denn alle drei erweisen sich als Bereicherung des Turniers: Die Brüder Gerald und Frank Zander qualifizieren sich für das Viertelfinale, Volkert Krüger, immerhin 8. der Deutschen Backgammon-Rangliste, scheitert daran zwar. Aber seit diesem Jahr ist das Turnier für die Spieler, die nicht unter die ersten acht der Vorrunde kommen, noch nicht zu Ende, denn die „Second Chance“ bietet eine weitere Chance auf spannende Spiele und Preisränge.

Erfreulicherweise stürzen sich mit einer Ausnahme alle Spieler voller Motivation in das neue Abenteuer. Im Finale stehen sich dann Vitali Olchanski, der zuvor erst im Stechen gegen Gerald Zander den Sprung in die Finalrunde verpasst hatte, und der Titelverteidiger Peter van de Bruck gegenüber, der sich durch das Verpassen der Finalrunde nicht hatte entmutigen lassen. So ist es keine große Überraschung, dass er nach einem spannenden Match der erste Titelträger der „Second Chance“ der Berliner Meisterschaft wird. Herzlichen Glückwunsch!

Comeback von Klaus endet erst gegen Weltklasseleistung von Jan

Im Viertelfinale der Finalrunde schließt sich ein unglücklicher Kreis für den Berliner Spitzenspieler Christian Plenz, denn er verliert nach dem ersten Spiel der Vorrunde auch sein letztes Spiel gegen Mejer Breslav trotz zwischenzeitlich hoher Führung. Tim Schüttler und Hamid Akbari verlässt das Glück und auch für Frank Zander ist gegen einen hochmotivierten Klaus Klein Endstation. Dieser schaltet anschließend auch Franks Bruder Gerald aus und steht im Finale!

In der anderen Hälfte sind weder Tim noch Mejer der Spielstärke von Jan Jacobowitz gewachsen. Mejer Breslav sichert sich immerhin Platz 3 gegen Gerald Zander, der mit dem Preisgeld für Platz 4 und dem neu geschaffenen „Rookies Prize“ für Spieler mit wenig Turniererfahrung nach Hamburg zurückfahren kann. Herzlichen Glückwunsch!

Im Finale beweist Jan Jacobowitz seine Spitzenklasse. Seine Turnierperformance ist ein Muster an Ökonomie: Während der Vorrunde ist Jan zu keinem Zeitpunkt unter den bestplatzierten Spielern zu finden, aber auch nie außerhalb der Plätze, die für die Finalrunde um den Turniersieg qualifizieren. Das Finale auf 9 Punkte wird von Christian Plenz mitgeschrieben. Danke, Christian! Die Mitschrift zeigt ein nahezu fehlerloses Spiel von Jan (Snowie Error Rate von 2,2). Exemplarisch ein Zug aus der letzten Partie, den die Software zunächst als Fehler betrachtet und erst im Rollout als richtig erkennt , mit dem Jan sein brillantes Gefühl für Timing beweist, indem er auf die sichere Variante 10/20 verzichtet:

Klaus nimmt die Rolle des Underdogs couragiert an, verlegt sich aufs Konterspiel aus Haltepositionen und nimmt jede Gelegenheit wahr, Jan durch Verdopplungen oder Züge mit hohem Swing-Potential in Verlegenheit zu bringen. Doch das gelingt nur zu Beginn, zum einen wegen Jans fast perfekten Spiels, zum anderen wegen fehlenden Glücks: In dieser Position beim Stand von 2:6 ist eigentlich alles für den entscheidenden Treffer vorbereitet…

doch der Doppelschuss trifft nicht und wenig später bereinigt ein Pasch 6 für Jan alle Probleme; er gewinnt gammon und damit verdient das Finale des ersten Turniers der Berliner Meisterschaft 2011.

Eine schöne Geste des Kleisther war, dass beide Finalteilnehmer nach dem strapaziösen Finale mit einem Glas Sekt überrascht wurden.

Und auch unser Glückwunsch gilt beiden Finalteilnehmern! Klaus Klein für ein erfolgreiches Comeback und vor allem Jan Jacobowitz für den verdienten Turniersieg und seine hervorragende Leistung im Finale!

Es war unser erstes Turnier als Turnierveranstalter. Wir hoffen, dass es den Teilnehmern gefallen hat, dass die Neuerungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind und dass sich alle im Café Kleisther wohl fühlen.

Wir hoffen daher, Euch zum zweiten Turnier der Berliner Meisterschaft am 12. März wieder begrüßen zu können! Danach geht es am 9. April weiter. Und am 10. April gibt es außerhalb der Berliner Meisterschaft ein Zusatzturnier mit erhöhtem Startgeld, den „Berliner Frühling“.

Herzliche Grüße

Daniel und Dankwart


Ergebnisse

FINALRUNDE

  1. Jan Jacobowitz
  2. Klaus Klein
  3. Mejer Breslav
  4. Gerald Zander

SECOND CHANCE

  1. Peter van de Bruck
  2. Vitali Olchanski
Herzliche Grüße

Hier gibt es die ausführlichen Ergebnisse des Turniertags.

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