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Thomas Zimmer zum Ersten, zum Dritten – und zum Zweiten!

4. Oktober 2011

Bericht Berliner Herbst September 2011

Die Berliner Backgammonsaison 2011 schreitet voran und aufs Ende zu. Zwei Schritte wurden am zweiten Septemberwochenende gemacht: Die Berliner Meisterschaft, die vor den letzten beiden Turnieren spannend bleibt. Und bevor die Saison mit einem letzten Höhepunkt am zweiten Novemberwochenende abgeschlossen wird, wartete am Sonntag noch ein weiteres Highlight auf die Berliner Backgammonszene: Das zweite Jahreszeitenturnier. Nach dem Berliner Frühling fand nun der Berliner Herbst statt.

21 Spieler, ein Viertel mehr als im April zur ersten Ausgabe, zeigten, dass die Jahreszeitenturniere immer besser angenommen werden. Das Wetter spielte – außer Konkurrenz – ebenfalls mit und so sah der Berliner Herbst eher wie ein Berliner Sommer aus – auch das förderte den Spaß und die Freude am Backgammonspiel, gerade unter freiem Himmel.

Kiebitz Dieter (gewinnt die BM im September) mit Klaus, Stefan, Peer und Ralf in einer Turnierpause

Hochkaräter im Teilnehmerfeld

Dass ein Drittel der Teilnehmer von außerhalb angereist war, unterstreicht die Anziehungskraft unseres Turniers – dass zwei Drittel der Teilnehmer schon am Samstag die Berliner Meisterschaft gespielt hatten, freut uns ebenfalls sehr!

Und auch qualitativ konnte sich unser Teilnehmerfeld sehen lassen: 15 der 21 Teilnehmer rangieren in der aktuellen Deutschen Backgammonrangliste unter den ersten 100, elf unter den ersten 50, acht unter den ersten 25, und mit Christian Plenz (2.), Bernhard Kaiser (4.) und Martin Birkhahn (8.) waren drei Spieler aus den Top Ten vertreten.

Aus den Top Ten der Berliner Jahreswertung 2011 waren sogar acht Spieler angetreten, darunter mit Christian, Matthias Strumpf und Hamid Akbari die drei Führenden.

Ahnt der Titelverteidiger schon etwas? Thomas Zimmer mit Andreas Humke und Matthias Strumpf.

Der noch amtierende Berliner Meister Daniel Kotrc, der in diesem Jahr bereits zwei Monatsturniere der Berliner Meisterschaft für sich entscheiden konnte, war einer von fünf Teilnehmern, die sich in diesem Jahr schon in die Siegerliste bei den Monatsturnieren der Berliner Meisterschaft hatten eintragen können, die anderen sind Matthias Strumpf, Christian Plenz, Martin Birkhahn und Jan Jacobwowitz. Mit Letzteren sowie Peer Röwer und Christoph Wagener war eine Reihe erfolgreicher Turnierspieler dabei, die zu den besten deutschen Spielern gezählt werden.

Last but not least war auch die Berliner Backgammonlegende Thomas Zimmer angetreten, seinen Titel, den er beim Berliner Frühling im April gewonnen hatte, zu verteidigen.

Die Teilnehmer warten darauf...

Ein hochkarätiges Feld war das also, und in der Kalkutta-Auktion, die vor Turnierbeginn von Co-Turnierleiter Peer Röwer veranstaltet wurde, wurde mit Christoph Wagener der inoffizielle Topfavorit gekürt, denn Christoph war es, der in diesem hochkarätigen Teilnehmerfeld ausgewählt wurde, als zu Auktionsbeginn ein noch namenloser Spieler versteigert wurde, den sich der Bieter mit dem höchsten Gebot dann frei aussuchen konnte.

... von Auktionator Peer versteigert zu werden.

Frühes Scheitern in der Main

Kein Wunder also, dass in einem solch hochkarätigen Feld auch früh die ersten hochkarätigen Opfer gezählt werden müssen, als die Würfel rollen und die Verdopplungswürfel gedreht werden: In der ersten Runde des Main Flights (für die 11 Spieler ein Freilos haben) scheitert nicht nur mit dem Auktions-Favoriten Christoph Wagener der am höchsten gewettete Spieler an Titelverteidiger Thomas Zimmer. Peer Röwer (2007 Zweiter der Second Consolation und 2005 Sieger der Last Chance bei der WM) hat gleich zwei frühe Niederlagen zu verkraften: Gegen Dirk Jansen zieht er den Kürzeren am Backgammonbrett und zudem hatte er noch Christoph in der Kalkutta-Auktion ersteigert. Sein Tipp ist einer der ersten, die platzen.

Obwohl es die Gestik anders nahelegt: In der ersten Runde besiegt Thomas Auktionsfavorilt Christoph

In der Deutschen Backgammonrangliste stehen Bernhard Kaiser und Christian Plenz so weit vorn wie keiner ihrer Konkurrenten. Christian ist außerdem noch Erster der Berliner ELO-Liste, und dementsprechend hohe Gebote sind für beide in der Kalkutta-Auktion an den Mann gebracht worden. Aber in ihren ersten Matches scheiden sie gegen Daniel Kotrc und Helmut Krausser aus – der Berliner Herbst hat schon in der ersten Runde vier Spieler verloren, die man sich auch im Finale oder als Turniersieger hätte vorstellen können.

Bernhard bei einer schweren Entscheidung

Ihnen folgen eine Runde später mit Peter van de Bruck (der Zweite der ewigen Berliner ELO-Liste verliert gegen Matthias Strumpf) und Stefan Blancke (gegen Klaus Klein) zwei weitere erfahrene und hoch eingeschätzte Spieler, die am Vortag noch das Spiel um Platz 3 beim Septemberturnier der Berliner Meisterschaft bestritten hatten. Und im Viertelfinale müssen dann auch der mehrfache Berliner Meister Matthias Strumpf, der aktuelle Titelträger Daniel Kotrc sowie Jan Jacobowitz und der runner-up des Berliner Frühlings Ralf Sudbrak ihre Hoffnungen auf den Turniersieg begraben und bald darauf auch in der Consolation ihre Koffer packen. Nichts geht mehr.

Consolation

Dirk Jansen ist aktueller Hamburger Meister – nach einem Sieg im Finale gegen Christoph Wagener. In Berlin hat er bislang weniger Glück, auch diesmal ist nach seinem Sieg gegen Peer Röwer im Main Flight Endstation – Dirk verliert gegen Martin Birkhahn. In der Consolation kämpft sich Dirk dann ins Halbfinale vor, wo er aber von Stefan Blancke gestoppt wird.

Im Consolation Halbfinale gewinnt Stefan gegen Dirk

Im anderen Halbfinale muss sich Jan Jacobowitz mit Dankwart Plattner auseinandersetzen, der nach einem Freilos ebenfalls früh in die Consolation geschickt worden war. Dort gewinnt Dankwart aber ein Match nach dem anderen und eliminiert nacheinander den Berliner Dauerbrenner Igor Kaplanski, mit Klaus Evers den 30. der deutschen Backgammonrangliste und mit Matthias Strumpf und auch Jan Jacobowitz zwei Turniergewinner bei der Berliner Meisterschaft dieses Jahres – und steht im Finale der Consolation gegen Stefan Blancke!

Bei seinem Durchmarsch durch die Consolation lässt sich Dankwart auch von Jan nicht stoppen

Hier geht Dankwarts Siegeszug im zweiten Anlauf weiter und er kann sich gegen Stefan durchsetzen, vielleicht auch deshalb, weil er etwas ausgeruhter in den Turniertag gehen konnte – Stefan hatte am Vortag immerhin das volle Programm mit drei KO-Runden absolvieren müssen, bis er sich zum Sieg im Spiel um den dritten Platz gekämpft hatte, während für Dankwart das Turnier bereits ein Match nach der Vorrunde beendet gewesen war. Für sein erfolgreiches Abschneiden am Turnierwochenende zunächst Glückwunsch und Kompliment an Stefan. Unsere herzliche Gratulation geht erst recht an Dankwart Plattner für den Sieg und für das nimmermüde Engagement beim Durchmarsch durch die Consolation nach der Enttäuschung der Niederlage im ersten Turniermatch!

Main

Das Main Flight ist also schon gepflastert mit den Skalps namhafter Spieler, als es hier um die Wurst, geht – die dotierten Plätze.

Zu den Ausgeschiedenen zählen auch Bernhard Kaiser und Klaus Evers: Auf ein Neues!

Im Halbfinale steht unterdessen mit Hartmut Schuler ein relativ unbeschriebenes Blatt – er nimmt erst seit diesem Jahr überhaupt an Backgammonturnieren teil, hat aber durch eine Reihe von recht erfolgreichen Teilnahmen an der Berliner Meisterschaft in den Berliner Ranglisten den Sprung unter die Top 20 geschafft, und auch deutschlandweit steht er inzwischen auf Platz 61. Keine allzu große Überraschung also, dass er seine Chance beim Schopf packt, sich in den ersten Runden durchsetzt und ins Halbfinale spielt.

Spannend geht es im Halbfinale zwischen Thomas und Hartmut zu, entsprechend gespannt sind die Kiebitze

Dort macht er Titelverteidiger Thomas Zimmer das Leben sehr schwer – am Ende muss die Double-Match-Point-Partie über den Finaleinzug entscheiden. Und auch hier wendet sich das Blatt mehrfach hin und her. Zunächst ist Hartmut gegen ein Haltespiel von Thomas im Vorteil, aber dann muss er einen Schuss lassen, den Thomas trifft. Er tanzt einmal auf und als er gegen Thomas‘ 5-Punkt-Board einspielen kann, muss er sich entscheiden: Ohne Absetzen weiter- und in einen direkten Schuss hineinlaufen? Oder auf dem offenen 6-Punkt stehen bleiben? Zwar einen direkten Schuss vermeiden und vielleicht selbst einen bekommen, aber sein Board zerstören und die Ausgangssituation für ein Rennen schwächen? Eine schwere und knappe Entscheidung, die nach dem Match heiß diskutiert wird: Hartmut entscheidet sich für die aggressivere Variante und riskiert den direkten Schuss – ein kleiner Fehler, wie die Analyse zeigt. In der Nachwurfanalyse entpuppt sich Hartmuts Entscheidung jedoch als matchentscheidend, denn Thomas trifft, holt sich so den entscheidenden Vorsprung im Rennen – und steht auch im zweiten Jahreszeitenturnier im Finale!

Ähnlich wie Hartmut geht es Klaus Klein. Beim Berliner Frühling hatte er den Weg über die Consolation nehmen müssen und diese gewonnen. Diesmal spielt er sich erfolgreich durch die ersten Runden ins Halbfinale vor, wo nach hartem Kampf Martin Birkhahn das Stoppschild aufstellt.

Nach kurzer und heftiger Enttäuschung über das Ausscheiden entscheiden sich Klaus und Hartmut aber, dem Spiel um Platz 3 die positiven Seiten abzugewinnen und spielen bei allem Ehrgeiz unbelastet auf – mit dem besseren Ende für Hartmut. Herzlichen Glückwunsch beiden zur Halbfinalteilnahme und Gratulation an Hartmut zu Platz 3!

Shakehands zwischen Thomas und Martin vor dem Finale

Zum Abschluss hat der Berliner Herbst ein würdiges Finale: Martin Birkhahn gehört zu den renommiertesten Turnierspielern in der deutschen Szene. Und Thomas Zimmer ist nicht nur Titelverteidiger, sondern war auch der erste (und einzige) Online-Weltmeister im Backgammon. Hinsichtlich des Spielniveaus beider Kontrahenten erfüllt das Finale die hohen Erwartungen durchaus. Aber die Spannung lässt leider zu wünschen übrig. Denn Martin kann das Match nur am Anfang offen halten, als er mit zwei hintereinander gewonnenen Partien 2:1 in Führung geht. Danach zieht Thomas aber Stück für Stück davon: 2:2 – 4:2 – 6:2 – schließlich 10:2. Martin kann dann zwar die Crawfordpartie gewinnen, hat damit aber sein Pulver verschossen, sodass Thomas Zimmer nach einem langen Turniertag seinen Titel vom Berliner Frühling erfolgreich verteidigen kann. Herzlichen Glückwunsch Thomas!

Während hinten noch das Consolation-Finale läuft und einige Teilnehmer das Turnier ausklingen lassen, läuft vorn die Schlussphase des Finales

Thomas‘ Sieg bedeutet doch noch ein spätes Erfolgserlebnis für Christian Plenz nach der Enttäuschung über sein frühes Ausscheiden. Denn wenn er auch selbst nicht um den Turniersieg mitspielen konnte: Bei der Kalkuttta-Auktion hatte er den richtigen Riecher und mit Thomas Zimmer den späteren Turniersieger ersteigert.

Glückwunsch: Der Turniersieger

Ein weiterer Glückwunsch gilt Thomas Zimmer für seine Leistung im Finale, mit der er einmal mehr seine Qualitäten unter Beweis stellen kann: Nachdem er im Finale des Berliner Frühlings schon ein Performance Rating von 4,8 aufs Brett gebracht hatte, legt er gegen Martin, der selbst Expert (so sieht es Extreme Gammon) spielt, mit einer 3,3 nach – World Class!

Und Weltklasse soll auch die Stimmung bei der ausgelassenen Feier einiger Teilnehmer nach dem Turnier gewesen sein…

Nach dem Spiel

… ist vor dem Spiel – wir sehen uns wieder zum finalen Angriff auf Preisgeld, Ranglistenpunkte und den Titel des Berliner Meisters bei der Berliner Meisterschaft am 8. Oktober und beim Jahresendturnier am 12. und 13. November! Und freuen uns auf die nächste Ausgabe der Berliner Jahreszeiten – der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Nachdem die Berliner Meisterschaft am Samstag bedauerlicherweise unter zeitlichen Verzögerungen gelitten hatte, lief der Berliner Herbst glücklicherweise für die Teilnehmer und die Turnierleitung (und auch für das Spiellokal) entspannter ab, sodass wir gegen Mitternacht und ohne Stress fertig waren, wofür wir uns herzlich bedanken!
Die Turnierleitung bedankt sich weiter bei allen Teilnehmern und gratuliert allen Preisträgern recht herzlich!

Herzliche Grüße
Daniel

Main:
1. Thomas Zimmer
2. Martin Birkhahn
3. Hartmut Schuler
4. Klaus Klein

Consolation:
1. Dankwart Plattner
2. Stefan Blancke

Der Berliner Herbst in Zahlen ist hier zu finden.

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