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Hamid „Der Marathon-Mann“ und andere Neuigkeiten aus der SuperLiga

18. März 2013

Zwischenbericht Berliner Backgammon SuperLiga, Stand März 2013

In zwei Wochen geht der dritte Spielmonat in der SuperLiga zu Ende. Alle Spieler werden dann je 9 Matches absolviert haben und die Tabelle wird einen ersten homogenen Vergleich ermöglichen.

Gerade Hamid Akbari gebührt an dieser Stelle große Anerkennung, weil er noch im letzten Monat aufgrund seines späten Einstiegs eine Menge Matches aufzuholen hatte und jetzt der Erste ist, der schon alle seine 9 Matches bestritten hat! Wie man angesichts eines solchen Pensums so schnell sein kann, zeigte Hamid am vergangenen Spieltag der Berliner Meisterschaft. Viele Spieler hätten nach zehn anstrengenden Turnierstunden um 0 Uhr sicher einen Platz an der Bar oder ihr Bett zu Hause vorgezogen. Nicht so Hamid „Der Marathon-Mann“! Nach dem er schon sechs gespielte Matches in den Knochen und Gehirnwindungen hatte, nutzte er die Gunst der späten Stunde, um Gerhard Zerbin zum 15-Pointer herauszufordern – und wurde um kurz nach 1 Uhr morgens sogar mit einem Sieg belohnt!

Mit welchem Tatendrang Hamid am Brett zu Werke geht, bekam auch Matthias Strumpf am darauffolgenden Samstag zu spüren. Hamid gewann gleich die ersten beiden Games mit jeweils 4 Punkten und ging schnell 8:0 in Führung. Der Screenshot zeigt eine Schlüsselsituation im anschließenden dritten Game, die matchentscheidend war.

Hamid (mit den weißen Checkern) hält hier den Cube und gibt Matthias (schwarz), der schon 3 Checker ausgespielt hat, den Redouble auf die 4. Tatsächlich ist Hamids Gewinnchance in dieser Stellung rein mathematisch nicht ausreichend, um bei seiner hohen Führung im Match den Cube so hoch zu drehen (ein Initialdoppel wäre laut xg Borderline gewesen). Betrachtet man die Stellung aber genau, sieht man, dass lediglich 5 Würfe miserabel sind, weil sie nicht treffen (55, 43, 34, 54, 45). Dagegen sind 8 Würfe fantastisch, weil sie den schwarzen Blot schlagen und dabei das weiße Board wasserdicht verschließen (nämlich 11, 22, 21, 12, 61, 16, 62, 26). Die restlichen 23 Würfe treffen auf jeden Fall und Weiß kann sich in diesen Fällen meist aussuchen, ob er pick-und-pass spielt oder sogar den Punkt angeslottet lässt angesichts des harmlosen Boards von Schwarz.

Selbstverständlich takte Matthias das Redouble. Hamid warf die ausgezeichnete 21 und brachte das Spiel nach Hause. Damit stand es nach dem dritten Game bereits 12:0 für Hamid, womit er 95%tiger Favorit auf das Match war. Und Hamid ließ sich diese Chance nicht mehr entgehen und machte über die Stationen 13:0, 13:1, 13:3 und 15:3 den Sack zu.

Dass es jedoch nicht immer ganz so einfach ist, ein Match als haushoher Favorit nach Hause zu schaukeln, zeigte eine andere Begegnung, an der wieder Matthias beteiligt war und wieder das Nachsehen hatte. Nur war er es diesmal, der im Match gegen Ralf Sudbrak klar mit 7:0 in Führung lag und – nach einem kleinen Zwischenspurt von Ralf über 9:9 – in der Crawfordpartie beim Stand von 14:9 den Sieg nur noch eintüten musste. An einem Punkt in diesem Game war Matthias 99,2 %tiger Favorit auf das Match.

Doch wer Ralf „The Doc“ Sudbrak kennt, der weiß, dass Ralf nicht den riesigen 99,2% Berg vor sich sieht, der ihn das Match verlieren lässt, sondern den kleinen 0,8% Schleichpfad, mit dem er um den Berg herum gelangt, um doch noch zu gewinnen. Und so kam es tatsächlich auch! Ralf bekam einen Last-Minute-Schuss und traf, Matthias tanzte 4x auf Ralfs 3er Board und Ralf drehte das Spiel und das Match zum Endstand 15:14.

Aber nicht jeder Mut und nicht jede Hoffnung wird im Backgammon belohnt, wie Rochus „The Intermediate Giant“ Wegener schmerzvoll in seinem Match gegen Julian Becker erfahren musste. Beim Stand von 8:4 für Julian (mit den weißen Checkern am Wurf) sah sich Rochus beim Bear-Off plötzlich mit einer 4er-Cube Entscheidung konfrontiert.

Rochus hatte jetzt die Wahl. Sollte er ablehnen und den starken Julian mit 10:4 davonziehen lassen? Oder sollte er lieber doch nehmen und mit einem Husarenstreich auf die 8 zurückdoppeln, in der Hoffnung das Spiel mit einem Pasch zu seinen Gunsten zu drehen? Dann wäre Rochus mit 12:10 wieder voll im Match und müsste nicht hinterherhecheln. Rochus entschied sich für die Risiko-Variante (er hatte hier noch knapp 8% Gewinn-Chance), doch Julian machte mit dem anschließenden 4er Pasch jede Hoffnung zunichte und ging mit 12:4 in Führung, was ihm schließlich den Match-Sieg ebnete. Das Match wurde von beiden Seiten sehr gut gespielt und ist hier Match Archiv. abgespeichert.

Das waren drei kleine Geschichten aus dem laufenden Spielmonat März der Berliner Backgammon SuperLiga und wir wünschen allen Spielern, dass noch viele weitere originelle, spannende und kuriose hinzukommen!

Rochus & Tilman

Alle März-Ergebnisse gibt es auf der Ergebnisseite.
Die aktualisierte Rangliste ist auf der Ranglistenseite zu finden.

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