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Matchball um Mitternacht

14. Januar 2014

Bericht vom Januarturnier der Berliner Meisterschaft 2014

Überall steigen die Preise, nur wir senken sie: Die Teilnahme an den Monatsturnieren der Berliner Meisterschaft kostet 2014 nur noch 40 EUR, in der Amateurklasse sogar nur schlappe 10 EUR. Reagieren die Berliner Backgammonspieler auf den neuen Preis?

Lutz (re) und Matthias aus LeipzigLutz (re) und Matthias aus Leipzig

Wir wissen es nicht. Was wir wissen ist, dass sich 27 erwartungsvolle Teilnehmer, darunter eine Lady – schön, dass Du da warst, Molly! -, am Samstag eingefunden haben, um das neue Berliner Backgammonjahr mit spannenden Matches beim Jahresauftaktturnier zu begrüßen. Mit dabei waren auch zwei Leipziger Spieler, Lutz und Matthias, die mal Berliner Backgammonluft schnuppern wollten, zwei Genfer Spieler, Jean-Jacques und Thibaud, die vorübergehend in Berlin weilen, Gideon, auch zum ersten Mal dabei, und last not least Molly, bekannte Amateurspielerin, zum ersten Mal bei einem Monatsturnier der Berliner Meisterschaft und schon so geschickt, dass sie sich dem rasenden Fotoreporter erfolgreich entzogen hat; sie war eine von sechs Teilnehmern, die in der neu geschaffenen Amateurklasse starteten.

Gideon (re), PeterGideon (re), Peter

Mit dabei auch Christian Plenz, der inzwischen in München lebt, aber ab und zu noch an alter Wirkungsstätte auftaucht, und Peter Schneider, der zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder an einem Berliner Turnier teilgenommen hat. Und natürlich all die Stamm- und Fast-Schon-Stamm- und auch Gelegenheitsteilnehmer. Schön, dass ihr alle da ward, ich hoffe, Ihr habt Spaß gehabt und ihr kommt bald wieder!

Thibaud (li) im Match gegen Rodryk,  Championspieler mit Profiausrüstung und AmateurstarterThibaud (li) im Match gegen Rodryk, Championspieler mit Profiausrüstung und Amateurstarter

Bei 27 Teilnehmern müssen nach der Vorrunde 11 Spieler aus dem Turnier ausscheiden. Nur mit vier Siegen aus den fünf Matches der Vorrunde ist man sicher in der Hauptrunde. Fünf Spieler – Vitali, Guido, Yannick, Rodryk (ein Amateur ! 🙂 ) und Thomas – hatten so viele Siege und mussten sich um ihre Teilnahme an der Hauptrunde keine Sorgen machen. Zehn Teilnehmer mit drei Vorrundensiegen wollten einen der drei freien Plätze in der Hauptrunde erobern, sieben von ihnen mussten in die Second Chance. Entsprechend umkämpft war das Qualifikationsstechen: In einem zweistufigen One-Pointer-Turnier setzten sich Steffen (auch so ein Amateur ! 🙂 ), Igor Kaplanski und Jean-Jacques durch und komplettierten das Feld der ersten acht, während die anderen (Bernhard Ludwig, Igor B, Martin, Matthias, Peter, Ralf, Rochus) in die Second Chance mussten.

Guter Dinge: Jean-Jacques gegen Vitali, dahinter Matthias gegen Lutz (verdeckt)Guter Dinge: Jean-Jacques gegen Vitali, dahinter Matthias gegen Lutz (verdeckt)

Die beiden oben erwähnten Amateure, Vitali und Jean-Jacques wurden bereits im Viertelfinale der Hauptrunde in die Second Chance relegiert und mussten nun dort ihr Glück versuchen und ihr Können zum Einsatz bringen. In den Halbfinals setzen sich Thomas (gegen den Berliner Backgammonmeister Igor K) und Yannick (gegen Guido) durch, und so kam es zum spannenden Finale auf 9 Punkte zwischen diesen beiden. Im Verlauf des Matches konnte sich keiner der beiden richtig absetzen. Beim Stand von 6 zu 7 hatte Yannick nur noch 21 Sekunden auf der Uhr, hatte aber trotz (oder wegen) der Zeitnot früh und (ich denke) richtig gecubed und brachte Thomas in arge Bedrängnis: Gegen Mitternacht hatte er einen Matchball:

Matchball um Mitternacht: Gleich ist Yannick Turniersieger. Oder? Yannick (li) gegen Thomas im Finale, Kiebitze. Thomas sucht die Stellung, mit dem ihm auch eine 44 reichen würde, um dem Gammon von der Schippe zu springenMatchball um Mitternacht: Gleich ist Yannick Turniersieger. Oder? Yannick (li) gegen Thomas im Finale, Kiebitze. Thomas sucht die Stellung, mit dem ihm auch eine 44 reichen würde, um dem Gammon von der Schippe zu springen

Thomas lag nahezu aussichtslos im Gammon, überlegte lange, wie er ziehen sollte, und hatte schließlich nur noch die 55 und die 66 als letzte und einzige Möglichkeiten, aus dem Gammon zu hüpfen – unter der Bedingung, dass Yannick nicht mit einem Pasch alles klar machen würde. Yannick warf keinen Pasch, Thomas würfelte, ohne sich die Anspannung anmerken zu lassen und – heraus kam eine unglaubliche 66! Unter den Kiebitzen war ein Raunen zu hören. Damit konnte Thomas einen Stein abtragen, lag nun aber in der Crawford-Partie hinten. Die überstand er mit großer Nervenstärke und beruhigenden drei Minuten auf der Uhr und konnte in der letzten Partie alles klar machen. Damit ist Thomas der erste Turniersieger der neuen Saison! Glückwunsch, Thomas, il bravo, und Gratulation, Yannick, zum exzellenten zweiten Platz! Und Gratulation auch Igor K, dem amtierenden Berliner Backgammonmeister, und Guido, die die nächsten beiden Plätze belegten!

Nach dem Spiel um den 3. Platz: Igor K (li), GuidoNach dem Spiel um den 3. Platz: Igor K (li), Guido

Mit 27 Teilnehmern sind die Turniere nicht so kuschelig wie mit 20, und außerdem spielen in der neuen Saison alle Spieler mit mindestens einem Sieg um den Einzug in die Second Chance: Beim Stechen um die Teilnahme an der Second Chance ging es um Sein oder Nichtsein: Zwölf Aspiranten gab es auf den einzigen freien Platz! Nur ein Teilnehmer würde das Turnier fortsetzen können, für elf war das Turnier nach dem Stechen zu Ende. Bis Gerhard als letzter Teilnehmer der Second Chance feststand, musste er vier qualvolle Quali-Runden überstehen. Zum Schluss bezwang er knapp Sokrates, der mit einem Freilos ins Stechen gestartet war.

Geselligkeit nach dem Turnier - Thibaud (li), CsaboGeselligkeit nach dem Turnier – Thibaud (li), Csabo

Elf waren ausgeschieden, aber die Backgammon-Action war deshalb an diesem Tag noch nicht zu Ende: Man konnte noch einige gesellige Chouettes beobachten. Andere blieben als Kiebitz im Turnier. So gab es auch für die Ausgeschiedenen noch genug Spaß in entspannter Atmosphäre!

Weiter gehtWeiter geht’s – nach dem Turnier gibt es noch ein paar Chouettes (vorne Thorsten, Dieter, Rochus, hinten Bernhard Ludwig, Ralf, Vitali und ich (gerade hinter der Linse)

Im Viertelfinale der Second Chance mussten dieses Mal alle aus der Hauptrunde Relegierten die Segel streichen, so dass nur Spieler, die von Anfang an dabei waren, die Halbfinals bestritten. Hier musste Gerhard dem amtierenden Berliner Backgammon-Vizemeister Matthias Strumpf den Vortritt lassen, während sich in der unteren Tableauhälfte Martin Schwartz gegen Rochus Wegener durchsetzte. Im Finale ließ Matthias, frischgebackener Vater (Glückwunsch!), nichts anbrennen und ist somit erster Sieger des kleinen Finals in dieser Saison. Glückwunsch, Matthias, und Gratulation, Martin, zu der bravourösen Leistung und den vielen Ranglistenpunkten!

Das kleine Finale: Matthias (li), Martin im Finale der Second ChanceDas kleine Finale: Matthias (li), Martin im Finale der Second Chance

Den Side Pool holte sich Igor K bereits im Viertelfinale der Hauptrunde, wohin er als einziger der sieben Side Pool-Spieler gelangt war. In Ermangelung von Konkurrentinnen war der Lady’s Prize Molly von Anfang an sicher. Ladys, wo bleibt der Wettbewerb? Der Rookie’s Prize war etwas stärker umkämpft: Ich habe ihn Gideon Dobriner zuerkannt (Auszahlung bei der nächsten Teilnahme). Erstmals auf einem Turnier, das ich geleitet habe, buchten gleich 16 Spieler die Option, einen Startplatz fürs nächste Turnier in einem Satellitenturnier auszuspielen. So konnten gleich zwei parallele Satelliten stattfinden, die zwanglos so in das Turnier eingepasst wurden, dass man auch in den Turnierpausen was zu tun hatte, und die glücklichen Sieger sind die altbekannten Igor K und Guido, die schon die Plätze 3 und 4 im Turnier belegt haben.

21 Championteilnehmer spülten 63 EUR in den Jahrespool I, hinzu kommen 53 EUR in den Jahrespool II. Zusammen mit dem Betrag, der aus dem Jahresendturnier 2013 stammt, beträgt der Jahrespool nach dem ersten Turnier der Saison bereits 526 EUR. Davon werden die ersten drei der Jahresrangliste prämiert, Rookie’s und Lady’s Prizes sowie die Pokale bezahlt. Der Rest – und der wird sich sehen lassen – wird dann im Jahresendturnier als Added ausgeschüttet – an diejenigen unter den Turnierbesten, die dafür durch Turnierteilnahme, durch Leistung oder durch Nachzahlung qualifiziert sind.

Das Finalmatch ist von Yannick schon transkribiert worden (danke, Yannick!). Ich werde es in den nächsten Tagen im Matcharchiv allen Interessierten zur Verfügung stellen.

Aus meiner Sicht war das ein für mich anstrengender, aber insgesamt gelungener Jahresauftakt. Für Berlin Backgammon erhoffe ich mir, dass viele weitere wettbewerbsbetonte und gleichzeitig gesellige Turniere folgen, die wie beim Jahresauftakt auch einen Raum für diejenigen bieten, die schon ausgeschieden sind – sei es für eine Chouette, sei es für einen Jackpot -, so dass die größte Stadt in Deutschland bald das Backgammonturnier bekommt, das sie verdient! Und zusammen mit der Chouette und der Liga haben wir in Berlin jetzt schon eine sehr lebendige Backgammonszene.

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Eine wichtige Neuigkeit will ich gleich bekanntgeben: Das Jahresendturnier 2014 findet – wie ich es schon im letzten Jahr als Möglichkeit avisiert habe und Sven, unser freundlicher Wirt und Gastgeber, es soeben bestätigt hat – am 3. Wochenende im November, also am 15.11. und 16.11.2014 statt. Bitte merkt Euch diesen Termin schon jetzt.

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Die nächste Gelegenheit in diesem Jahr, Siege, Punkte und Preisgeldplätze ins Visier zu nehmen, ist beim Februarturnier am
8. Februar 2014 um 13 Uhr (Registration ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899.

Bis dann,
Dankwart

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Finalrunde
1. Thomas Krüger
2. Yannick Rudolph
3. Igor Kaplanski
4. Guido Weidner

Second Chance
1. Matthias Strumpf
2. Martin Schwartz

Alle Ergebnisse stehen auf der Ergebnisseite.
Die aktualisierte Ranglisten sind auf der Ranglistenseite der Berliner Meisterschaft und auf der Ranglistenseite der Berliner Amateure zu finden.

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