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Der Mond im Zeichen der Jungfrau

11. Mai 2014

Bericht vom Maiturnier der Berliner Meisterschaft 2014

Ganz Europa hat gestern die Hitparade vor der Glotze an sich vorbeidudeln lassen. Ganz Europa? Nein, ein paar Unentwegte wollten auch an diesem Tag nicht von ihrer Lieblingsbeschäftigung lassen: Blots jagen, Primes bauen, ankern, den Cube drehen und dazu überlegen und jammern und jubeln (letzteres meist im Duett). Wo gibt’s das geballt wie nirgendwo? Natürlich bei den Ranglistenturnieren der Berliner Meisterschaft!

Match 5 der Vorrunde: Thorsten (li) gegen Jochen, KiebitzeMatch 5 der Vorrunde: Thorsten (li) gegen Jochen, Kiebitze

Igor B (re), DankwartIgor B (re), Dankwart

17 Teilnehmer hatten sich also kurz vor Halbzeit der Berliner Meisterschaft im en passant eingefunden, darunter drei Amateurstarter. Punkt ein Uhr kam einer von ihnen erneut zur Turnierleitung: Ob er ins Championlager wechseln dürfe? Na klar, gegen entsprechende Nachzahlung, das Turnier hatte ja noch nicht begonnen; aber sei er sich auch sicher, schließlich habe er doch noch nicht viel Erfahrung und sei bisher nur in der Amateurklasse gestartet? Ja, doch, heute seien ihm die Sterne günstig gesonnen, der Mond stünde im Zeichen der Jungfrau, das bringe Glück.

Jochen (li) gegen GideonJochen (li) gegen Gideon

Ihm oder jemand anderm? Wir werden sehen. Zunächst musst er sich Dieter Münster geschlagen geben. Danach aber zündete der Sternenantrieb, und Jochen Landvogt, der Wechselstarter, konnte Gerhard, Gideon, Igor B und Thorsten nacheinander schlagen und zog mit vier Siegen sicher in die Finalrunde ein. Noch günstiger waren die Sterne in der Vorrunde nur einem gesonnen, nämlich Steffen Schenk, dem sich alle geschlagen geben mussten. Dafür kassierte Steffen eine Prämie von 5 Ranglistenpunkte extra.

Peter prüft Ralf (li)Peter prüft Ralf (li)

Der dritte im Bunde, der direkt für die Hauptrunde qualifiziert war, war Matthias Strumpf.

Im 5. Match der Vorrunde: Thomas Krüger (li), Ranglistenerster, gegen Matthias Strumpf, mehrfacher Berliner MeisterIm 5. Match der Vorrunde: Thomas Krüger (li), Ranglistenerster, gegen Matthias Strumpf, mehrfacher Berliner Meister

Sieben Teilnehmer mit drei Siegen mussten ins Stechen um den Einzug in die Hauptrunde. Da für sie fünf Plätze zur Verfügung standen, erhielten Rochus, Peter Gaebler, der aus Hannover angereist war, und Thorsten Miesel ein Freilos. Gerhard Zerbin besiegte Dieter Münster, und Sokrates Bukalis setzte sich gegen Thomas Krüger, den seit Saisonbeginn ununterbrochen Ranglistenersten, durch.

Sokrates (li) gegen RochusSokrates (li) gegen Rochus

Für die Second Chance waren die beiden Verlierer automatisch qualifiziert, genauso wie vier weitere Teilnehmer: Guido, Igor B, Gideon und Dankwart. Mit einem Punkt ins Stechen mussten Ralf Sudbrak und die beiden Spieler, die in der Vorrunde nur gegen Freilos hatten gewinnen können: Vitali Olchanski und Igor Kaplanski. In dieser Konstellation erhält derjenige, der bisher noch kein Freilos gehabt hat, das Freilos, und das war Ralf. Igor setzte sich gegen Vitali, den Aprilsieger, durch, für den damit das Turnier zu Ende war.

Steffen (li) gegen Vitali, den Pechvogel des heutigen TurniertagsSteffen (li) gegen Vitali, den Pechvogel des heutigen Turniertags

Von Igor aber, dem Berliner Meister 2014, wissen wir, dass er nach schwachem Start zu großen Aufholjagden fähig ist.

Der beiden Führenden der Vorrundentabelle landen in Berlin in verschiedenen Tableauhälften, so dass sie erst im Finale aufeinandertreffen – wenn sie es bis dahin schaffen. Steffen traf zunächst auf Sokrates und im Halbfinale auf Peter, der sich eigentlich vorgenommen hatte, den dritten Turniersieg bei drei Teilnahmen zu schaffen, für den aber hier Schluss war. Jochen schickte zunächst Rochus in die Second Chance und traf im zweiten Halbfinale auf Gerhard Zerbin.

Gerhard (li) gegen Jochen Landvogt im Halbfinale der Hauptrunde. Dahinter: Kiebitze aus Hannover.Gerhard (li) gegen Jochen Landvogt im Halbfinale der Hauptrunde. Dahinter: Kiebitze aus Hannover.

Dieser hatte im direkten Duell der beiden verbliebenen Side Pool-Spieler zuvor Matthias Strumpf in die Second Chance geschickt, konnte Jochen aber nicht standhalten. Und so standen die beiden, die schon die Vorrunde dominiert hatten (da noch im Dreibund mit Matthias), sich im Finale gegenüber.

Handshake vor dem Finale: Jochen (li) gegen SteffenHandshake vor dem Finale: Jochen (li) gegen Steffen

Kopfzerbrechen mit Kiebitzen: Jochen (li) und Steffen im Finale, KiebitzeKopfzerbrechen mit Kiebitzen: Jochen (li) und Steffen im Finale, Kiebitze

Jochen setzte sich am Ende klar durch, nachdem Steffen im letzten Spiel vielleicht ein bißchen zu lange mit dem Rauslaufen gewartet hatte. Für Jochen hat es sich gelohnt, sich auf den Mond im Zeichen der Jungfrau zu verlassen! Glückwunsch Euch beiden!

Das Finalmatch ist gefilmt worden, und Steffen wird es transkribieren. Danke, Steffen! Sobald das geschehen ist, werde ich es im Matcharchiv veröffentlichen.

In der Second Chance hatte Igor Kaplanski nun seine schlechten Würfel weggeschüttelt und schickte nacheinander Dieter Münster und den aus der Hauptrunde relegierten Sokrates nach Hause.

Halbfinale der Second Chance: Igor K (li) gegen Thorsten Miesel. Im Hintergrund hält Guido das Geschehen am Brett für die Nachwelt fest.Halbfinale der Second Chance: Igor K (li) gegen Thorsten Miesel. Im Hintergrund hält Guido das Geschehen am Brett für die Nachwelt fest.

Im Halbfinale traf er auf Thorsten Miesel, ebenfalls aus der Hauptrunde in die Second Chance gekommen, und schlug ihn, nachdem Thorsten im dann letzten Spiel des Matchs Igors Cube zu mutig angenommen hatte. Wieder einmal hatte Igor K das Heft aus fast aussichtsloser Lage gewendet. Jetzt wartete Igor auf seinen Finalgegner.

In der unteren Tableauhälfte hatte der Berichterstatter sich gegen den aus der Hauptrunde gekommenen Rochus nach 0-4-Rückstand im 5-Punkte-Match doch noch durchgesetzt und traf im Halbfinale auf Matthias Strumpf. Der nahm beim Stand von 1-0 für mich einen Cube an, den er besser gepasst hätte. Meine zu dem Zeitpunkt kleinen Gammonchance konnte ich durch aggressives Abtragen und gute Würfe steigern, so dass ich am Ende gegen Igor K im Finale stand.

Händedruck vor dem kleinen Finale: Igor K (li), Dankwart. Im Hintegrund Guido, der das Spiel live protokolliert hat.Händedruck vor dem kleinen Finale: Igor K (li), Dankwart. Im Hintegrund Guido, der das Spiel live protokolliert hat.

Bald lag ich schon wieder 0-4 (auf 7 Punkte) hinten, und mit weniger als 25% Gewinnchancen musste ich nun aggressiv spielen. Es wurde ein Krimi! Mit geeigneten Würfen konnte ich bis auf 4-4 ausgleichen, nachdem es zwischenzeitlich schon nach einem gedoppelten Gammon gegen mich ausgesehen hatte, vor dem ich mich nur mit Müh und Not und einem Late Hit retten konnte, dann kam Igor K wieder zum Zuge und doppelte mich schon vor dem 3. Wurf der Partie raus. Die nächste Partie konnte ich Gammon gewinnen, und in der anschließenden Crawford-Partie stand ich mit drei Steinen hinter seiner 5er-Prime. Eine 66 verschaffte mir etwas Luft, aber im Rennen war ich immer noch hinten. Erst ein weiterer hoher Pasch spät in der Bear-off-Phase, den mir der Mond oder die Sterne bescherten, schenkte mir den glücklichen Sieg in einem Match, das von beiden Seiten auf gutem Niveau gespielt worden war (Igors PR: 3,5, meine: 4,2). Glückwunsch beiden Finalteilnehmern, sagt die Turnierleitung! Und danke auch Dir, Guido, der Du Halbfinale und Finale der Second Chance mitgeschrieben hast! Demnächst im Matcharchiv zu finden. Übrigens hat Igor K zwei Matches hintereinander eine PR von unter 4 gespielt. Das erfordert einen zweiten Applaus; denn damit wäre er schon zu 1/5 für Mochys „Under 4 PR CLub“ qualifiziert.

Spiel um den 3. Platz: Peter (li), Gerhard, KiebitzeSpiel um den 3. Platz: Peter (li), Gerhard, Kiebitze

Im Spiel um den 3. Platz setzte sich Peter gegen Gerhard Zerbin durch. Drei Mal dabei, drei Mal im Geld! Nicht schlecht! Letzterer tröstete sich mit dem Gewinn des Side Pools, den er schon im Viertelfinal durch einen Sieg gegen Matthias errungen hatte. Glückwunsch Euch beiden! Das Satellitenturnier, bei dem der Sieger einen freien Startplatz erhält, gewann Rochus gegen Igor B. Gratulation!

Hatte heute leichtes Spiel: Sven, unser Gastgeber im en passantHatte heute leichtes Spiel: Sven, unser Gastgeber im en passant

In der Rangliste ist Thomas Krüger auf Platz 1 geblieben, Igor K hat Platz 2 gehalten, und Gerhard, Peter und Matthias sind an dem heute glücklos agierenden Vitali vorbeigezogen. Den größten Sprung nach vorn hat Steffen Schenk gemacht: Nicht allein wegen seiner 48 Maiturnierpunkte, sondern auch wegen der 22 Punkte aus seiner Teilnahme als Amateur im Januarturnier, die er sich im Einklang mit der Ausschreibung für die Amateure nach der Orientierungsphase für die Championsrangliste hat gutschreiben lassen. Steffen ist jetzt auf dem wichtigen – aber auch noch heiß umkämpften – 12. Platz, der die Teilnahme an der Ausschüttung des Jahrespools beim Jahresendturnier garantiert.

Die Fotos haben dieses Mal Igor B und Rochus gemacht. Danke!

Die nächste Gelegenheit in diesem Jahr, Siege, Punkte und Preisgeldplätze ins Visier zu nehmen, ist beim Juniturnier am
14. Juni 2014 um 13 Uhr (Registration ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899. Die Spiele der Fußball-WM werden in unserem Spiellokal live übertragen, so dass wir in den hinteren Räumen die nötige Ruhe fürs Backgammon haben werden, aber vorne auch mal kiebitzen können, wie es im zweitwichtigsten Spiel, dem Fußball, steht.

Bis dann,
Dankwart

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Finalrunde
1. Jochen Landvogt
2. Steffen Schenk
3. Peter Gaebler
4. Gerhard Zerbin

Second Chance
1. Dankwart Plattner
2. Igor Kaplanski

 

 

Alle Ergebnisse stehen auf der Ergebnisseite.
Die aktualisierte Ranglisten sind auf der Ranglistenseite der Berliner Meisterschaft und auf der Ranglistenseite der Berliner Amateure zu finden.

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