h1

Babysitting und Backgammon

13. Juli 2014

Bericht vom Juliturnier der Berliner Meisterschaft 2014

Bei der Anmeldung zum gestrigen Juliturnier der Berliner Meisterschaftsserie kam die Turnierleitung kaum dazu, Atem zu holen. Um 13:00 Uhr standen schließlich 29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf der Anmeldeliste! Sie alle waren gekommen, um das zu erleben, was nur Turnierbackgammon bieten kann: Spannung, Stimmung, Kampf und Miteinander, Kopfzerbrechen und Fachsimpeln, Lachen und Trübsal, Brilliancies und Blunders.

Auf der Teilnehmerliste standen auch zwei Frauen, von denen eine weit gereist war:

Manon Detraz gegen Sokrates, dahinter Peer Röwer (li) gegen Thorsten MieselManon Detraz gegen Sokrates, dahinter Peer Röwer (li) gegen Thorsten Miesel

Manon Detraz aus Genf, die ein verlängertes Wochenende in Berlin dazu nutzte, der männlichen Backgammonwelt Berlins zu zeigen, dass Backgammon in der Schweiz keine männliche Domäne ist.

Ilona Klein, die sich zusammen mit ihrem Mann James entschlossen hatte, nach längerer Turnierpause ihren Babysitterdienst auf dem Berliner Backgammonturnier zu verrichten (eine sehr schöne Entscheidung: Dürfen wir das Berliner Turnier jetzt „Berlin Backgammon – das kinderfreundlichste Backgammonturnier Deutschlands“ nennen?), brachte Beistand mit und spielte zusammen mit ihrem Enkel Consulting Double. Der hoffnungsfrohe Backgammonnachwuchs schaute unverdutzt aus den Windeln aufs Board und auch einfach nur vor sich hin, gab der Oma manch guten Tipp (die Turnierleitung drückte ein Auge und beide Ohren zu) und war ansonsten so still wie sich manche Spieler ihre Kiebitze, vor allem Vitali, wünschen.

Ilona, Jochen, Baby, KiebitzeIlona, Jochen, Baby, Kiebitze

Zum ersten Mal in Berlin dabei war Mirek aus Kostrzyn. Auf seinem schweren Motorrad überwand er die schlappen 100 km Anreise in Nullkommanichts.

Matthias Strumpf (vorn) gegen Thorsten Miesel. Thibaud und Mirek schauen zuMatthias Strumpf (vorn) gegen Thorsten Miesel. Thibaud und Mirek schauen zu

Länger nicht mehr dabei war Thibaud aus Genf, der aber wieder ohne Fortune spielte. Thibaud, wir wissen, dass du es besser kannst! Beim nächsten Mal spielst du konzentriert und mit Geduld!

Schon lange nicht mehr in Berlin war Martin Birkhahn aus Schwerin. Von ihm wird noch die Rede sein.

Igor K (li) gegen Martin Birkhahn. Manon, Thibaud, Vitali schauen zu. Sokrates und Göran beobachten Thomas Frübing (vorn) und RalfIgor K (li) gegen Martin Birkhahn. Manon, Thibaud, Vitali schauen zu. Sokrates und Göran beobachten Thomas Frübing (vorn) und Ralf

Sein Namensvetter Martin Barkwill aus Newcastle verbringt jährlich eine Woche in der Berliner Gegend und legt seinen Aufenthalt zeitlich immer so, dass er am Berliner Turnier teilnehmen kann. Sonst immer für die Hauptrunde gut, reichte es diesmal bei Martin nicht dazu. Don’t worry, Martin, we’ll be glad to welcome you sometime soon again, you’ll do better, I bet!

Ralf Sudbrak (li) gegen Martin Barkwill, dahinter Andre Larsen (li) gegen Dieter MünsterRalf Sudbrak (li) gegen Martin Barkwill, dahinter Andre Larsen (li) gegen Dieter Münster

André Larsen aus Tromsø in Nordnorwegen ist in Berlin kein Unbekannter: Im März 2013 hat er bei seiner ersten Teilnahme das Turnier gewonnen. Heute war er nicht so erfolgreich, aber auch von ihm wird noch die Rede sein.

Göran Hasselquist aus Linköping in Schweden hat die erste Teilnahme vor einem Monat so viel Spaß gemacht, dass er wiederkam. Auch wenn du dieses Mal nicht so erfolgreich warst: Wir hoffen dich wiederzusehen!

Ein seltener Gast ist Peer Röwer. Im November hatte er das Jahresendturnier gewonnen, dieses Mal hatte er Fortuna nicht auf seiner Seite.

Peer (li) gegen ThorstenPeer (li) gegen Thorsten

Mit Thomas Frübing, Gideon Dobriner und Ilona Klein waren drei Amateurstarter dabei. Dieter Münster, sonst Amateurstarter, hatte im Juni das Satellitenturnier und damit einen Startplatz im Championsfeld gewonnen.

Thomas Frübing gegen Martin BarkwillThomas Frübing gegen Martin Barkwill

Neulinge, Nah- und Weitgereiste, Frauen, Amateure, Berliner, andere: Schön, dass ihr dabei ward, wir freuen uns auf ein Wiedersehen bei einem der nächsten Turniere!

Nachdem alle eingeschrieben waren und bei der großen Teilnehmerzahl (mit ein wenig Nachhilfe der Turnierleitung) sogar zwei Satellitenturniere zustandegekommen waren, konnte das Hauptturnier beginnen.

Andre (re) gegen Matthias, dahinter Thomas Krüger (re) gegen VitaliAndre (re) gegen Matthias, dahinter Thomas Krüger (re) gegen Vitali

In der ersten Phase des Turniers müssen alle Teilnehmer drei Matches gegen zufällig ausgeloste Gegner spielen. Fünf Spieler waren danach noch ohne Niederlage: Rochus, Bernard Ludwig Winkelhaus, Michael Horchler, Igor Bakunowizki und Dankwart. Danach spielen – nun in Übereinstimmung mit dem Schweizer System – in zwei weiteren Matches nur noch Punktgleiche gegeneinander, das trennt die Spreu vom Weizen.

Das Turnier ist im Gange. Blick ins SpiellokalDas Turnier ist im Gange. Blick ins Spiellokal

Danach war nur noch Michael Horchler ungeschlagen; Martin Birkhahn, Steffen Schenk, Bernhard Ludwig, Vitali und Dankwart hatten nun vier Siege. Auf den Plätzen 7 bis 16 folgten zehn Teilnehmer mit drei Siegen. Damit war klar: Es würde kein Stechen um die Second Chance geben; erstmals seit langem in Berlin wären alle Teilnehmer mit zwei Siegen nach der ersten Phase aus dem Turnier ausgeschieden.

James Klein bei der Backgammon-Früherziehung. Im Hintergrund Matthias, Gerhard, Michael Horchler (von vorne nach hinten)James Klein bei der Backgammon-Früherziehung. Im Hintergrund Matthias, Gerhard, Michael Horchler (von vorne nach hinten)

Aber James Klein entschied sich, Schicksal zu spielen; er wollte trotz dreier Siege, die ihn zur sicheren Teilnahme an der Seond Chance und zur Teilnahme am Stechen um den Einzug in die Hauptrunde berechtigten, mit Frau, Enkel und der inzwischen eingetroffenen Tochter nach dem Abschluss der frühkindlichen Backgammonerziehung lieber nach Hause, so dass ein (einziger) Platz in der Second Chance frei wurde.

Gideon, Ilona würfelt, BabyGideon, Ilona würfelt, Baby

Und nun ging das Hauen und Stechen los: 11 (elf) Teilnehmer durften sich um diesen einen Platz bewerben und mussten in ein Vierrundenstechen, aus dem Thorsten Miesel siegreich (gegen Andre Larsen) hervorging.

Finale des Stechens um den Einzug in die Second Chance: Andre Larsen (li) gegen Thorsten Miesel. Göran kiebitztFinale des Stechens um den Einzug in die Second Chance: Andre Larsen (li) gegen Thorsten Miesel. Göran kiebitzt

Danach aber war Endstation für heute: Im Achtelfinale der Second Chance musste er Göran den Vortritt lassen, dieser wiederum musste Michael Horchler, der aus der Hauptrunde gekommen war, vorbeiziehen lassen, und der wiederum konnte Ralf Sudbrak, der nach langer Durststrecke Auftrieb hat, nicht aufhalten. Damit stand der erste Finalist fest und wartete auf den anderen: Igor K, der nach verspäteter und zwangsverkürzter Essenspause (demnächst bitte wie alle anderen in der dafür vorgesehenen Turnierpause, Igor!) Dieter, Rochus und Igor B besiegte, stand 2014 zum 4. Mal in sieben Turnieren im Finale der Second Chance. Er liess beim Stand von 6-3 (Post-Crawford) im Bear off mit zwei Päschen hintereinander nicht zu, dass Ralf ihm im drohenden DMP noch hätte gefährlich werden können. Glückwunsch, Igor, und Gratulation, Ralf!

Ganz schön spät: Finale der Second Chance: Igor K (li) gegen Ralf SudbrakGanz schön spät: Finale der Second Chance: Igor K (li) gegen Ralf Sudbrak

Mit drei Siegen in der Vorrunde war man, wie oben erläutert, sicher für die Second Chance qualifiziert, hatte aber auch die Aussicht auf einen der beiden freien Plätze in der Hauptrunde. In drei Runden war die Sache entschieden, Rochus und Thomas Krüger machten das Rennen.

Thomas, der Ranglistenerste seit Januar, packte die gute Gelegenheit beim Schopf und schlug nacheinander Michael Horchler und Vitali und stand damit im Finale. Rochus dagegen musste sich Martin Birkhahn geschlagen geben, der danach auch Dankwart besiegen konnte. Thomas und Martin spielten ein kurzes Finale: Es war Thomas, der in vier Partien neun Punkte machen konnte.

Finale: Martin (li) gegen Thomas KrügerFinale: Martin (li) gegen Thomas Krüger

Nachdem er nach einem gedoppelten Backgammon 7-2 führte, nahm er klug einen ausgezeichneten Doppler Martins an, überstand dessen Schlagdrohung ohne Blessur, machte das Rennen und gewann sein zweites Turnier in diesem Jahr. Glückwunsch, Thomas! Und Gratulation an den Runner-up, der sich den Side pool sicherte und bei seinem ersten Auftritt in Berlin nach langer Pause immer wieder – auf jeden Fall in den Matches gegen mich, seufz! – Weltklassebackgammon zeigte. Das Finale hat Martin bereits transkribiert und ich werde es demnächst zusammen mit meinen Matches, die ich alle gefilmt habe, da ich mich für die Mitgliedschaft im Backgammon-Club der Besten in Deutschland (BG-CBiD) bewerbe, im Matcharchiv veröffentlichen.

Gratulation auch an Vitali, der das Spiel um den 3. Platz für sich entscheiden konnte!

Spiel um den 3. Platz: Dankwart (li) gegen VitaliSpiel um den 3. Platz: Dankwart (li) gegen Vitali

Bei den vielen Teilnehmern gab es übrigens sechs Gewinnplätze, dazu Lady’s und Rookie’s prizes. Beide gingen an Manon Detraz. Glückwunsch! Die kostenlose Teilnahme an einem der nächsten Turniere von Berlin Backgammon sicherten sich die Sieger der beiden Satellitenturniere, Ralf Sudbrak und Thomas Krüger. Da hat es sich doch gelohnt, sich zur Teilnahme am Satellitenturnier überreden zu lassen! Gratulation!

In der Rangliste hat Thomas den ersten Platz verteidigt, aber Igor K hat auf seinem langen Weg durch die Second Chance kaum weniger Punkte gesammelt und folgt Thomas auf dem Fuß. Damit hat sich ein Ausreißerduo vom Feld abgesetzt: Auf den Tabellendritten, Igor B, hat Thomas schon gut 50 Punkte Vorsprung. Und noch einmal gut 50 Punkte trennen ihn vom Tabellenzwölften (https://berlin-backgammon.org/rangliste/berliner-meisterschaft/2014-2/). Der 12. Tabellenplatz ist in diesem Jahr wichtig, weil er (per Stand Oktober) zur kostenlosen Teilnahme an der Ausschüttung des Jahrespools beim Jahresendturniers berechtigt. Aber nach sieben Turnieren ist noch alles drin; vier weitere stehen noch bevor, darunter das Jahresendturnier am 3. Wochenende im November, bei dem es längere Matches und dementsprechend mehr Ranglistenpunkte gibt.

Ralf (li) gegen Sokrates. Steffen, Dieter, Gideon, Vitali, Matthias (verdeckt), Mirek und James (von li) kiebitzen. Ralf (li) gegen Sokrates. Steffen, Dieter, Gideon, Vitali, Matthias (verdeckt), Mirek und James (von li) kiebitzen.

Die nächste Gelegenheit in diesem Jahr, Siege, Punkte und Preisgeldplätze ins Visier zu nehmen, ist beim Augustturnier am 9. August 2014 um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899.

Bis dann,
Dankwart

Finalrunde
1. Thomas Krüger
2. Martin Birkhahn
3. Vitali Olchanski
4. Dankwart Plattner

Second Chance
1. Igor Kaplanski
2. Ralf Sudbrak

 

 

Alle Ergebnisse stehen auf der Ergebnisseite.
Die aktualisierte Ranglisten sind auf der Ranglistenseite der Berliner Meisterschaft und auf der Ranglistenseite der Berliner Amateure zu finden.

 

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: