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Der erste über 100

19. Juli 2015

Ein kleiner Schritt für die Menschheit – ein großer für Thomas Krüger: Als erster Berliner hat er mehr als 100 Ranglistenpunkte in einem einzigen Turnier geholt und damit eine magische Schwelle überschritten. Das geht nur, wenn man einen Durchmarsch macht, also von Anfang bis Ende des Turniers kein Match verliert. Logisch, dass das den Turniersieg einschließt. Glückwunsch, Thomas! Mit diesem Ergebnis ist Thomas auch der erste, der seit den Anfängen der Berliner Geschichtsschreibung in drei aufeinanderfolgenden Turnieren im großen Finale stand. Zwei Mal hat er es gewonnen. Berlin zieht den Hut!

Michael (li) gegen ThomasMichael (li) gegen Thomas

Nachdem wir nun das Ende des Turniers in unserem kleinen Bericht vorweggenommen haben, können wir zum Anfang zurückkehren, genauer gesagt zu den beiden Anfängen des Turniers. Und bevor wir zu den beiden Anfängen kommen, gehen wir noch einen Schritt zurück, in die Zeit Ende Juni, als ich die Einladung fürs Turnier noch gar nicht geschrieben hatte. Da konnte ich nämlich bei einer zufälligen Begegnung am Strand von Sopot Sokrates persönlich zum Juliturnier einladen. Am Abend haben wir dann nicht Backgammon gespielt, sondern uns zu einem Gläschen Rotwein getroffen. OK, es war ein ausgewachsenes Glas!

Wo sich Berliner Backgammonfreunde über den Weg laufen: Zufällige Begegnung am Strand von SopotWo sich Berliner Backgammonfreunde über den Weg laufen: Zufällige Begegnung am Strand von Sopot

Und nun zum ersten Anfang: Zunächst begann das Turnier wenige Minuten nach 13:00 Uhr, als endlich alle eingetroffen waren: Z. B. der aus Schwerin angereiste Martin Birkhahn, der uns einmal wieder mit seinem Besuch beehrte und trotz des Halts auf freier Strecke, den sein Zug ohne Vorankündigung einlegte, fast pünktlich war.

Entspannt in der Spielpause: Martin, Rolf, Ralf (von links)Entspannt in der Spielpause: Martin, Rolf, Ralf (von links)

Und schließlich auch Matthias, auf dessen gewohnter S-Bahn-Strecke überraschend Schienenersatzverkehr eingeführt war.

Freundlicher Wettkampf: Ralf (li), Matthias. Martin kiebitztFreundlicher Wettkampf: Ralf (li), Matthias. Martin kiebitzt

Neue Gesichter waren um 13:00 Uhr nicht zu sehen. Dafür war Arved Weigmann, dem es bei seiner ersten Teilnahme im Juni gut gefallen hat, wieder da. Er startete erneut in der Beginnersklasse.

Arved (re) im Spiel gegen MichaelArved (re) im Spiel gegen Michael

Und nach langer Zeit war einmal wieder Carsten Müncheberg am Start.

Ernst: Jerzy (re), CarstenErnst: Jerzy (re), Carsten

Insgesamt 18 Spieler saßen nach der Auslosung an ihren Brettern, aber es waren noch nicht alle. Gegen 13:45 Uhr schneite ein Neuberliner herein: Jerzy Behnke, den es beruflich nach Berlin verschlagen hat und der dabei ist, hier heimisch zu werden, wollte nur mal vorbeischauen und „Hallo“ sagen. Nach ein bißchen Zuschauen kam er dann doch in Spiellaune.

Gut drauf: Jerzy Behnke, Berliner Neuling und late-comerGut drauf: Jerzy Behnke, Berliner Neuling und late-comer

Und wenige Minuten später kam dann (doch noch) auch Denise Kaiser, die Schweizer Backgammon-Meisterin von 2013 und Halbfinalistin der Consolation bei der DM 2015 in Frankfurt, die seit kurzem das Café Bubbles in Zürich betreibt (http://www.cafe-bubbles.ch/Startseite/; dort auch ein launiger Zeitungsartikel über Denise: http://www.cafe-bubbles.ch/.cm4all/iproc.php/TA_Kaiser_Backgammon.pdf?cdp=a), das die erste Adresse in Sachen Backgammon in Zürich ist. Sie hielt sich aus familiären Gründen in Berlin auf und war schon am letzten Donnerstag bei der Chouette im Belmont dabei.

Fröhlich: Denise, zum ersten Mal bei einem Turnier in Berlin, RolfFröhlich: Denise, zum ersten Mal bei einem Turnier in Berlin, Rolf

Zum Glück hat die Turnierausschreibung der Berliner Meisterschaft für solche Fälle vorgesorgt. So lange noch niemand sein zweites Match begonnen hat, können die Runden zwei bis fünf neu ausgelost werden. Late-comer starten dann mit einem Handicap – sie spielen nur vier Matches, müssen aber zur Qualifikation für Hauptgruppe und Second Chance so viele Siege aufweisen wie diejenigen, die alle fünf Runden gespielt haben. Aber immerhin, sie können am Turnier teilnehmen, und die Chance ergriffen sowohl Denise als auch Jerzy. Beide nahmen zum ersten Mal am Berliner Turnier teil. Schön, dass Ihr da ward, wir hoffen, es hat Euch ebenso gut gefallen wie allen andern! Bis bald wieder!

So wuchs die Teilnehmerzahl auf 20, darunter zwei Beginners-Starter, und da für die beiden Late Comer das Turnier jetzt erst begann, war dies der zweite Turnierbeginn.

Gleich im ersten Match musste sich der Ranglistenerste Rolf Schüler Ralf Sudbrak geschlagen geben, und in der zweiten Runde musste er auch Igor K den Vortritt lassen. Michael konnte zunächst Matthias auf Distanz halten, musste sich aber im zweiten Match Thorsten geschlagen geben.

Gute Laune: Thorsten (li), CarloGute Laune: Thorsten (li), Carlo

Nach Siegen in den ersten beiden Matches konnte Thomas im dritten Match auch Martin Birkhahn schlagen, Rolf konnte auch im dritten (gegen Dieter) und im vierten Match (gegen Matthias) immer noch nicht siegen.

Konzentriert: Dieter (li), ThomasKonzentriert: Dieter (li), Thomas

Erst im fünften Match gelang ihm ein Sieg gegen Igor B, der damit im Juli genau wie Arved sieglos blieb.

Lächelnd: Igor B, Iris, Bernard (von re)Lächelnd: Igor B, Iris, Bernard (von re)

Am Ende der Vorrunde war das Feld weit auseinandergezogen: Thomas Krüger und Ralf Sudbrak hatten fünf Siege und weitere drei Spieler (Bernhard Ludwig, Sokrates und Igor K) je vier.

Aufmerksam: Sokrates (re), BernhardAufmerksam: Sokrates (re), Bernhard

Für die vier Spieler mit drei Siegen (Dankwart, Vitali, Matthias und Michael) standen in der Hauptgruppe drei Plätze zur Verfügung.

Amüsiert: Denise (re), VitaliAmüsiert: Denise (re), Vitali

Vitali traf es; er musste in die Second Chance, die anderen spielten in der Hauptgruppe. (Der gesamte Turnierverlauf kann übrigens hier nacherlebt werden: https://berlin-backgammon.org/2015/07/19/berliner-meisterschaft-turnierverlauf-im-juli-2015-ergebnisse/).

Nachdem Arved und Igor B es nicht ins Stechen um die Teilnahme an der Second Chance geschafft hatten und Martin Birkhahn trotz zweier Siege verzichtete, um noch am Abend nach Schwerin zurückzufahren, mussten nur die drei Ein-Sieg-Spieler ins Stechen:

Entschieden: Iris (re), DieterEntschieden: Iris (re), Dieter

Iris, Rolf Schüler und Carlo kämpften um die beiden freien Plätze.

Überlegt: Carlo (li), RolfÜberlegt: Carlo (li), Rolf

Iris hatte ein verdientes Freilos, und Rolf konnte sich gegen Carlo durchsetzen. Damit waren beiden K.O.-Runden komplett.

Im ersten Match der Hauptgruppe konnten sich Bernhard Ludwig Winkelhaus (gegen Sokrates), Ralf (gegen Matthias), Thomas Krüger (gegen Michael Horchler) und Dankwart (gegen Igor K) durchsetzen, die Verlierer wurden in die Second Chance relegiert. Thomas (gegen Dankwart) und Bernhard (gegen Ralf) konnten auch ihre Halbfinals gewinnen.

Aktiv: Thomas (vorn), Bernhard. Dieter kiebitztAktiv: Thomas (vorn), Bernhard. Dieter kiebitzt

Im Finale führte Bernhard dann 3-0 (auf 9), als Thomas einen verfrühten Cube von Bernhard annahm und in ein Backgammon verwandeln konnte. Es ging weiter munter hin und her, und schließlich stand es 7-7, beide zögerten mit dem fälligen Cube, und als Thomas ihn endlich zückte, zog Bernhard es vor, ins Crawford Game zu gehen. Dort entwickelte sich das Spiel ausgeglichen, bis Bernhard am Beginn des Bear-off nach einem Pasch-5 schon wie der Sieger aussah. Aber dann kam kein guter Wurf mehr, und Thomas konnte schließlich mit einem Schlusspasch das Match für sich entscheiden. Damit hat er seinen zweiten Turniersieg in diesem Jahr errungen und den Durchmarsch, der zuletzt im Juli 2011, vor genau vier Jahren, Martin Birkhahn gelungen war, perfekt gemacht. Glückwunsch, Thomas, und Gratulation zu der erneut starken Performance, Bernhard!

Im Spiel um den 3. Platz konnte sich Ralf gegen Dankwart durchsetzen. Glückwunsch, Ralf!

Eifrig: Ralf (li), Dankwart im Spiel um den dritten PlatzEifrig: Ralf (li), Dankwart im Spiel um den dritten Platz

Derweil wurde die Second Chance sehr spannend: Denise, die direkt für die Second Chance qualifiziert war, konnte nacheinander Rolf Schüler, Sokrates Bukalis und Matthias Strumpf schlagen und stand damit im Finale. Igor, der aus der Hauptgruppe relegiert war, konnte sich gegen Jerzy Behnke, dessen Taktik, erstmal ein stabiles Board zu bauen, nicht aufging, und Vitali durchsetzen und traf somit im Finale auf Denise. Würde er auch sie schlagen können? Dann hätte er den ersten Platz in der Rangliste erobert. Falls er aber verlieren würde und Thomas das Finale gewinnen könnte, dann stünde Thomas auf Platz eins der Rangliste. In diesem Fernduell, das ungefähr gleichzeitig stattfand, setzte sich Igor K nicht nur am Board gegen Denise, sonder auch in der Rangliste gegen Thomas Krüger durch. Denn Denise musste sich am Ende des langen Tages im kleinen Finale Igor K geschlagen geben. Glückwunsch, Igor, und Gratulation, Denise!

Finale der Second Chance: Igor K (ungezeigt), Denise Sekundenbruchteile vor dem HändedruckFinale der Second Chance: Igor K (ungezeigt), Denise Sekundenbruchteile vor dem Händedruck

Mit dem zweiten Platz hat Bernhard auch den Side Pool gewonnen. Den Lady’s Prize hat sich Denise gesichert, der Rookie’s Prize ging an Iris, und den freien Startplatz bei einem der nächsten Turniere hat Ralf Sudbrak errungen. Glückwunsch Euch allen!

Vor Beginn der K.O.-RundenVor Beginn der K.O.-Runden

Igor K, der Berliner Meister der beiden letzten Jahre, hat also im Juli zum ersten Mal die Spitze der Rangliste erreicht; und Zweiter ist nun nach seinem dritten großen Sprung nach vorn (ganz China hat nur einen geschafft) in diesem Jahr (286 Punkte an drei Spieltagen) mit nur 10 Pünktchen Rückstand (das entspricht einem 5-Punkt-Match) Thomas Krüger. Rolf, der seit Januar Führende, ist auf den dritten Platz zurückgefallen, Michael Horchler auf den vierten, wo er punktgleich mit Matthias Strumpf steht. Dankwart, Dieter, Bernhard, Ralf und schließlich Vitali folgen auf den Plätzen bis zehn. Die gesamte Tabelle ist hier zu sehen: https://berlin-backgammon.org/rangliste/berliner-meisterschaft/bm-2015/. Dort ist auch zu sehen, dass die Jahrespools, die beim Jahresendturnier im November besonders relevant sind, erneut ordentlich dotiert wurden.

Die nächste Gelegenheit in diesem Jahr, Siege, Punkte und Preisgeldplätze bei Berlin Backgammon ins Visier zu nehmen, ist bereits in drei Wochen beim Augustturnier am 8. August 2015 (wieder wie gewohnt am zweiten Wochenende des Monats) um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899. Die Auslosung für das Satellitenturnier findet bereits um 12:45 statt, die erste Runde wird vor dem Start des Hauptturniers gespielt.

Bis dann,
Dankwart

Finalrunde
1. Thomas Krüger
2. Bernhard Ludwig Winkelhaus
3. Ralf Sudbrak
4. Dankwart Plattner

Second Chance
1. Igor Kaplanski
2. Denise Kaiser

Lady’s Prize
Denise Kaiser

Rookie’s Prize
Iris Meumann

Satellit
Ralf Sudbrak

Die detaillierten Ergebnisse und der Turnierverlauf stehen auf der Ergebnisseite.
Die aktualisierte Ranglisten sind auf der Ranglistenseite der Berliner Meisterschaft und auf der Ranglistenseite der Berliner Beginners zu finden.

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