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Berlin, 8.10.: Spannende Matches in entspannter Atmosphäre

10. Oktober 2016

Bericht vom Berliner Backgammonturnier am 8.10.

Das Oktoberturnier der Berliner Meisterschaft bot einen spannenden Turniertag, der in außergewöhnlich angenehmener und entspannter Atmosphäre verlief. So soll Backgammon sein – bei allem Einsatz und allem Kampfes- und Siegeswillen wollen wir am Turniertag doch vor allem eins: spannende Matches, geselliges Miteinander, freundliche Gespräche über Gott und die Welt und vor allem Backgammon, schöne Stunden in unserer kleinen Gemeinschaft. Und all das hatten wir am letzten Samstag, das können 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigen.

Unter ihnen konnten wir zwei Neulinge begrüßen, die beide ganz zu Recht in der Mastersklasse starteten und dort gut mitspielten:

Yonas (li) und Matthäus ViglYonas (li) und Matthäus Vigl

Da war der Berliner Matthäus Vigl, der bisher nur im Freundeskreis gespielt hat, aber unter seinen Freunden immer weniger Mitspieler findet, weil er zu gut geworden ist. Uns war er willkommen, bei uns war er richtig.

Tobas Hellwag (li) und Thomas Dettler, Matthias Laske schaut zuTobas Hellwag (li) und Thomas Dettler, Matthias Laske schaut zu

Matthias Laske, selbst erst zum zweiten Mal beim Berliner Turnier, brachte eine Gast mit: Thomas Dettler aus Ulm, wie Matthias erfahrener Schachspieler und guter Backgammonspieler.

Herzlich willkommen, Matthäus und Thomas! Schön, dass ihr da wart, kommt wieder, wenn es euch gefallen hat!

Kurz nach 13:00 war die Anmeldung beendet, und wir diskutierten kurz die Modalitäten des neu eingeführten Speedgammonturniers. Beim Speedgammon werden normalerweise die Bedingungen für einen gültigen Wurf gelockert, damit die Einhaltung des knappen Zeitlimits einfacher ist; ein Wurf ist daher normalerweise auch dann gültig, wenn beide Würfel irgendwo im Spielfeld, z. B. auch auf einem Checker, plan aufliegen.

Gestenreich: Tibor Taylor (li) und Thomas DettlerGestenreich: Tibor Taylor (li) und Thomas Dettler

Was normalerweise eine Erleichterung ist, erwies sich im Kontext des normalen Meisterschaftsturniers als zusätzliche Erschwernis: Weil wir es gewöhnt sind, brennende Würfel sofort aufzuheben und erneut zu würfeln, haben viele von uns das auch im Speedgammonturnier gemacht, obwohl der Wurf hier gültig gewesen wäre. Daher haben wir uns darauf geeinigt, auch im Speedgammon die strengen Gültigkeitsregeln normaler Turniere anzuwenden, damit die Regeln einheitlich sind und es keine solchen Missverständnisse gibt.

Richard (li) und SokratesRichard (li) und Sokrates

Nach der Aussprache konnte das Turnier beginnen, und nach der Vorrunde hatte nur einer eine unbefleckt Weste: Der Löwe Fakir Aslan hatte in seinen fünf Vorrundenmatches keine einzige Niederlage einstecken müssen!

Fakir (li) und YonasFakir (li) und Yonas

Das hatte einen ganz einfachen Grund: Fakir hatte sich vorgenommen, heute das Turnier zu gewinnen, und auf dem Weg zu diesem Ziel hatte er nichts anbrennen lassen. Hier stehen alles Matchergebnisse der Vorrunde: https://berlin-backgammon.org/2016/10/09/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2016/#Vorrunde, und hier ist der Stand nach der Vorrunde zu begutachten: https://berlin-backgammon.org/2016/10/09/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2016/#VorrundeTabelle.

Asha und Andreas KohlschmidtAsha und Andreas Kohlschmidt

Sokrates hatte sich auch ein Turnierziel gesetzt: Er wollte nicht nur dadurch, dass er an allen Turnieren des Jahres teilgenommen hat, beim Jahresendturnier an der Ausschüttung des Jahrespools teilnehmen, sondern auch durch Leistung, nämlich dadurch, dass er nach dem Oktoberturnier unter den ersten zehn der Rangliste sein würde. Um das zu erreichen, legte er schon mal vier Vorrundensiege vor, und ich darf schon hier verraten, dass er auch im Rest des Turniers erfolgreich war und sein Vorhaben verwirklichen konnte!

Kurt, unser Edelbeginner, hatte ganz unstandesgemäß drei Siege. Kein Wunder, dass er auf Rang neun der Championstabelle stünde, wenn er denn in der Championsklasse antreten würde.

Kurt (li), Carlo PetkovsekKurt (li), Carlo Petkovsek

Auch die Neulinge Matthäus und Thomas hatten drei Siege auf dem Konto.

Matthias Strumpf (li) und Bernhard Ludwig WinkelhausMatthias Strumpf (li) und Bernhard Ludwig Winkelhaus

Weniger Siege als erwartet hatten Aspiranten auf die vorderen Plätze der Rangliste: Igor K hatte nur zwei, Thomas Krüger und Matthias Strumpf hatten gar nur einen Sieg.

Fast wie auf der Hängematte: Fakir (li), Tim (liegend) und Sokrates lassen das Stechen an sich vorbeischweben, denn es betrifft sie nicht. Zwei der drei schafften es heute in ein FinaleFast wie auf der Hängematte: Fakir (li), Tim (liegend) und Sokrates lassen das Stechen an sich vorbeischweben, denn es betrifft sie nicht. Zwei der drei schafften es heute in ein Finale

Außer Fakir waren sechs weitere Spieler nicht schlecht unterwegs und hatten nur eine Niederlage einstecken müssen: Tobias Hellwag, Igor Bakunowizki, Andreas Kohlschmidt, Ralf Sudbrak, Tim Schuettler und Sokrates Bukalis konnten den Traum jedes Berliner Backgammonspielers leben: Eine geruhsame Turnierpause zu verbringen, da sie durch die Erfolge in der Vorrunde bereits für die Hauptrunde qualifiziert waren.

Fakir und Asha, im Hintergrund Richard (li) und SokratesFakir und Asha, im Hintergrund Richard (li) und Sokrates

Alle anderen – 18 an der Zahl – mussten ins Stechen, entweder um sich für die Hauptrunde zu bewerben oder für die Second Chance. Da sieben Spieler bereits für die Hauptrunde qualifiziert waren, blieb nur ein Plätzchen übrig, um das sich sieben Dreisiegspieler bewarben: Kurt Zerwer, Matthäus Vigl, Rolf Schüler, Helmut Krausser, Thomas Dettler, Dankwart Plattner und Bernhard Ludwig Winkelhaus. Nur einer konnte das Rennen machen – es war Dankwart, der am Ende das glückliche Händchen hatte. Die anderen sechs waren automatisch für die Second Chance qualifiziert, so dass dort noch zwei Plätze für elf Spielerinnen und Spieler zur Verfügung standen.

Matthäus Vigl (li) und Rolf Schüler. Im Hintergrund ist Rolfs neue Aufnahmetechnik zu bewundernMatthäus Vigl (li) und Rolf Schüler. Im Hintergrund ist Rolfs neue Aufnahmetechnik zu bewundern

In dem ebenfalls dreistufigen Stechen konnten Thomas Krüger und Vitali Olchanski das Rennen machen, für alle anderen war das Turnier, aber nicht der Abend zu Ende: Einige spielten noch Stopbot, andere hatten noch ihre Speedgammonmatches zu absolvieren, und auch eine fröhliche Chouette fand sich noch zusammen, die erstaunliches Sitzvermögen an den Tag bzw. in die Nacht legte.

Nach den Qualifikationsstechen war auch klar, dass der Lady’s Prize dieses Mal umkämpft war: Beide Teilnehmerinnen, Asha Hanka und Sabine Brinkmann, hatten gleich viele Siege und waren nach der Vorrunde nicht weitergekommen.

Entspannter Kampf um den Lady’s Prize: Asha (li), Sabine

So musste eine Entscheidung um den Lady’s Prize herbeigeführt werden, und da es sich um den Lady’s Prize eines Backgammonturniers handelt, geschah dies passenderweise durch ein Backgammonmatch: Sabine setzte sich durch und sicherte sich den Lady’s Prize des Oktoberturniers! Sie war die erste Preisträgerin des Abends; herzlichen Glückwunsch, Sabine!

Sabine und TiborSabine und Tibor

Nach den Stechrunden begann kurz nach 20:00 Uhr die Hauptrunde (alle Matches gibt es hier: https://berlin-backgammon.org/2016/10/09/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2016/#Finalrunde). In der unteren Tableauhälfte konnte Tim Schuettler nacheinander Andreas Kohlschmidt und Igor Bakunowizki schlagen. Nicht zum ersten Mal stand er damit im Finale! Tobias Hellwag, unzweifelhaft der stärkste Spieler im Feld, setzte sich erwartungsgemäß gegen Sokrates durch, aber für Sokrates war das Turnier damit noch lange nicht vorbei, dazu unten. Im Halbfinale traf Tobias auf Dankwart, der zuvor sehr knapp Fakir hatte bezwingen können. In einem ungemein zähen Ringen mit unglaublich schweren und vertrackten Entscheidungen, das ohne jede Pause fast zwei Stunden dauerte und beiden Spielern alles abverlangte, hatte ich am Ende das nötige Quentchen Glück, das jeder von uns braucht, wenn er gegen Tobias gewinnen will. So musste Tobias schließlich um den 3. Platz gegen Igor Bakunowizki spielen. Igor Bakunowizki konnte gewinnen.

Vor dem Match um den 3. Platz: Igor Bakunowizki (li) und Tobias HellwagVor dem Match um den 3. Platz: Igor Bakunowizki (li) und Tobias Hellwag

Herzlichen Glückwunsch Euch beiden!

Sfumato: Dankwart (li) und Tim, Handshake vor dem FinaleSfumato: Dankwart (li) und Tim, Handshake vor dem Finale

Das Finale auf 9 Punkte gegen Tim war eine einseitige und für Tim verdrießliche Angelegenheit, die er aber sportlich und entspannt nahm. Nachdem ich zunächst ein redoppeltes Spiel gewinnen und danach auf 5-0 erhöhen konnte, nahm ich im dritten Spiel des Matchs Tims Cube an und gab ihn in dieser Situation zurück:

Trotz der 82% Match winning chances, die ich zu diesem Zeitpunkt hatte, zu früh. Und dennoch eine knappe Entscheidung: Stünde einer meiner beiden Checkers, die auf der 6 stehen, stattdessen auf der 5, wäre es ein Doppel/Pass gewesen. Ein Pip Differenz macht zusammen mit einem besetzten Punkt in dieser hochvolatilen Situation einen Riesenunterschied! Tim, ein kühler Rechner und guter Spieler, nahm nach kurzer Überlegung zu Recht an und redoppelte sofort danach automatisch auf 8. Mit dem nötigen Quentchen Glück brachte ich das Spiel und das Match aber nach Hause – Turniersieg für den Turnierleiter! Glückwunsch, Tim, zum erneut ausgezeichneten Abschneiden bei deinen viel zu seltenen Auftritten bei unseren Meisterschaftsturnieren!

Während die Hauptrunde ihren Lauf nahmen, waren die Teilnehmer der Second Chance nicht untätig (https://berlin-backgammon.org/2016/10/09/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2016/#SecondChance): Im Achtelfinale konnten sich Vitali, Matthäus, Kurt und Helmut Krausser durchsetzen.

Thomas (li) und VitaliThomas (li) und Vitali

Im Viertelfinale trafen sie auf die die Verlierer des Viertelfinals der Hauptrunde: Hier konnten sich nur noch Kurt Zerwer, unser Edelreservist, und Helmut Krausser durchsetzen, beide in der unteren Tableauhälfte, so dass sie im Halbfinale aufeinandertrafen. Hier war Endstation für Kurt, und Helmut war zum wiederholten Mal in diesem Jahr im Finale!

In der oberen Tableauhälfte konnten sich im Viertelfinale die beiden aus der Hauptrunde relegierten Sokrates und Fakir durchsetzen, so dass sie im Halbfinale gegeneinander antreten mussten. Sokrates konnte Fakir besiegen und zog gegen Helmut ins Finale ein. Wenn ich mich nicht täusche, ist das Sokrates‘ bisher größter Erfolg – zu mehr reichte es heute aber nicht, Helmut setzte sich im Finale auf sieben Punkte durch und gewann die Second Chance.

Finale der Second Chance: Helmut Krausser (li) und Sokrates BukalisFinale der Second Chance: Helmut Krausser (li) und Sokrates Bukalis

Herzlichen Glückwunsch, Helmut und Sokrates!

Mit seinem dritten Turniersieg in dieser Saison hat Dankwart seine Position an der Spitze der Rangliste ausgebaut und gefestigt. Noch ist das Rennen um die Meisterschaft aber nicht entschieden, denn sein Vorsprung ist nicht uneinholbar: Da beim Jahresendturnier bis zu 160 Punkte vergeben werden, haben Thomas Krüger mit 99 und Helmut Krausser mit 108 Punkten Rückstand noch durchaus Chancen, Igor K auf Platz 4 aber, der ja vor drei Jahren aus schier aussichtsloser Position eine grandiose Aufholjagd glücklich zu Ende bringen konnte und im letzten Match des Turniers noch Berliner Backgammonmeister geworden ist, nach dem schwachen Abschneiden in diesem Monat mit 175 Punkten Rückstand aber keine mehr.

Tim (li) und Ralf, dahinter Tibor und SabineTim (li) und Ralf, dahinter Tibor und Sabine

Er nimmt aber genau so wie die anderen bereits Erwähnten zusammen mit Ralf Sudbrak, Matthias Strumpf, dem amtierenden Meister Rolf Schüler, Tibor Taylor, Sokrates Bukalis, der sein Ziel, unter die ersten zehn zu gelangen, mit der Finalteilnahme in der Second Chance verwirklichen konnte, und Vitali Olchanski auf Platz 10 automatisch an der Ausschüttung des Jahrespools beim Jahresendturniers teil.

Ein Wort zu den Modalitäten des Jahresendturniers: Unser Jahresendturnier ist, anders als das anderer Regionalturniere, ein offenes Turnier, an dem jedermann und jedefrau ganz normal teilnehmen kann. Da es ein zweitägiges Turnier und der Saisonhöhepunkt ist, sind die Startgelder höher als sonst.

Beim Jahresendturnier wird der im Laufe der Saison angesparte Jahrespool als Added Money ausgeschüttet. Dafür sind die ersten zehn der Oktoberrangliste automatisch qualifiziert. Alle anderen können sich durch Nachzahlung nachqualifizieren. Durch die Nachzahlung werden sie so gestellt, als hätten sie bei allen Monatsturnieren teilgenommen. Die Modalitäten könnt ihr der Langfassung unserer Ausschreibung (https://berlin-backgammon.org/ausschreibungberlinermeisterschaft/), Abschnitte „Jahrespool“ und „Besonderheiten beim Jahresendturnier“, Unterabschnitt „Jahrespool / Added“ entnehmen.

Vorbehaltlich einer genauen Berechnung wird der Monatswert bei 10 oder 11 EUR liegen. So viel muss jemand, der nicht an allen Turnieren teilgenommen hat, für jeden Monat, an dem er nicht teilgenommen hat, nachzahlen, um an der Ausschüttung des Jahrespools teilzunehmen. Beispiel: Wird der Monatswert auf 11 EUR festgelegt, dann muss jemand, der an drei Turnieren nicht teilgenommen hat, 33 EUR zahlen. Er oder sie kann aber darauf verzichten und ganz normal mitspielen!

Bleiben noch drei Ergebnisse des Oktoberturniertags nachzutragen: Thomas Krüger konnte das Satellitenturnier gewinnen und sich einen kostenlosen Startplatz beim Jahresendturnier sichern. Den Rookie’s Prize hat Matthäus Vigl gewonnen, der es bis ins Viertelfinale der Second Chance gebracht hat. Der Sieger des Speedgammonturniers heißt Igor Bakunowizki. Herzlichen Glückwunsch euch dreien!

Das Jahresendturnier findet am 17. und 18. Dezember statt. Es beginnt um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899.

Bis dann,
Dankwart

Finalrunde
1. Dankwart Plattner
2. Tim Schuettler
3. Igor Bakunowizki
4. Tobias Hellwag

Second Chance
1. Helmut Krausser
2. Sokrates Bukalis

Lady’s Prize
Sabine Brinkmann

Rookie’s Prize
Matthäus Vigl

Satellit
Thomas Krüger

Speedgammon
Igor Bakunowizki

Die komplette Turnierdokumentation kann Runde für Runde eingesehen werden.

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