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Yonas gegen Jonas

16. Oktober 2017

Bericht vom 2. Saisonturnier von Berlin Backgammon, Oktober 2017

30 Spielerinnen und Spieler, davon sieben Beginners, versammelten sich am zweiten Oktobersamstag 2017, um miteinander einen angenehmen und entspannten Backgammonnachmittag zu verbringen.

André Larsen, AshaAndré Larsen, Asha

Zum ersten Mal startete bei den Masters Asha Hanka. Sie spielte sich in der Second Chance weit nach vorn!

Tobias (li), JerzyTobias (li), Jerzy

Ein Wiedersehen gab es mit Jerzy Behnke, Stefan Blancke, mit Dezsö Török aus Ungarn und André Larsen aus Tromsø im Norden Norwegens.

Sarah Khan (li), Mel SippelSarah Khan (li), Mel Sippel

Zum ersten Mal war bei den Beginners Sarah Khan dabei, die erst in jüngster Zeit das Backgammonspielen gelernt und Spaß daran gefunden hat.

Spielpause: Maik KernerSpielpause: Maik Kerner

Lange nicht mehr teilgenommen haben Iris Meumann und Maik Kerner, die ebenfalls im Beginnersturnier starteten.

Gute Laune im Beginnersturnier: Iris Meumann (li), Sabine Brinkmann, Zuschauer Detlev lachenGute Laune im Beginnersturnier: Iris Meumann (li), Sabine Brinkmann, Zuschauer Detlev lachen

Schön, dass ihr dabei wart, kommt wieder!

Ralf Jonas (li), Bernhard Ludwig WinkelhausRalf Jonas (li), Bernhard Ludwig Winkelhaus

In dieser Saison spielen wir in der Vorrunden vier Matches á 7 Punkte, und am Ende der Vorrunde standen zwei Spieler ungeschlagen da, von denen noch die Rede sein wird: Ralf Jonas und André Larsen. Die höchte Buchholzwertung der Dreisiegspieler hatte Yonas Brinkmann, der eins der schwersten Lose in der Vorrunde gezogen hatte, es folgten Igor B, Frank Petrikat, Stefan Blancke und auf Platz 7 Igor K.

Thorsten Miesel würfelt, Thomas Frübing konzentriert sich, Dezsö und Tibor beobachtenThorsten Miesel würfelt, Thomas Frübing konzentriert sich, Dezsö und Tibor beobachten

Auf Platz 8 lagen Paul Schlegel und Ralf Sudbrak, beide hatten drei Siege, sechs Buchholzpunkte und 3 Sonneborn-Berger-Punkte und mussten folgerichtig ins Stechen, in dem sich Ralf durchsetzte. Und Günter Schmidt, der ebenfalls drei Siege hatte, musste wegen der schwächeren Buchholzpunkte ebenso wie alle Teilnehmer mit zwei und weniger Siegen in die verlängerte Second Chance. Alle Paarungen der Vorrunde gibt es hier: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#Vorrunde, und den Stand nach Vorrunde hier: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#VorrundeTabelle.

Gegen wen muss ich spielen? Tibor Taylor schaut sich die Paarungen anGegen wen muss ich spielen? Tibor Taylor schaut sich die Paarungen an

Günter hatte heute nicht das große Los gezogen und schied schon in der 1. Runde der Second Chance gegen die Neumastersstarterin Asha aus. Asha konnte im nächsten Match auch Dezsö Török schlagen, scheiterte danach aber an Frank Petrikat.

Thorsten (li), Frank PetrikatThorsten (li), Frank Petrikat

Frank wiederum musste im Halbfinale André Larsen den Vortritt lassen, der es damit einmal mehr in ein Finale – wenn auch nicht ins große – geschafft hatte.

Dezsö (li), GünterDezsö (li), Günter

Detlev Appel, der das Beginnersturnier gewonnen hatte, startete gut und konnte Thorsten Miesel schlagen. Danach traf er auf Igor K, und den hätte er fast geschlagen, wenn er ihm nicht bei 2-weg 3-weg in möglicher Gammonstellung einen Cube angeboten hätte, über den Igor heilfroh war, weil er nun nicht mehr Gammon verlieren konnte. In der Folge konnte Igor sich durchsetzen und danach auch Stefan Blancke schlagen. Damit war er Finalpartner von André! Der aber führte im Match auf 7 Punkte schnell 5-2 und gewann auch das letzte Spiel, das Igor zu Recht früh gedoppelt hatte. Glückwunsch, André und Igor, zu den guten Resultaten! Der Verlauf der Second Chance ist hier dokumentiert: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#SecondChance.

Faxen am Brett: Igor K (li), André Larsen im Finale der Second ChanceFaxen am Brett: Igor K (li), André Larsen im Finale der Second Chance

André Larsen war zuvor aus der Hauptrunde relegiert worden. Das hatte der junge Yonas Brinkmann bewerkstelligt, der in dieser Saison zum zweiten Mal in der Mastersklasse gestartet war. Im Halbfinale ließ er auch Igor B keine Chance und stand im Finale! (Hier sind alle Resultate der Hauptrunde wiedergegeben: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#Finalrunde.)

Gute Laune: Igor B (li) und YonasGute Laune: Igor B (li) und Yonas

In der anderen Tableauhälfte hatte der andere Jonas, nämlich Ralf Jonas, zunächst Stefan Blancke in die Second Chance geschickt und danach seinen Namensvetter Ralf Sudbrak geschlagen. So standen sich im Finale Yonas und Jonas gegenüber.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Und das begann kurz nach 23:00 Uhr. Yonas gegen Jonas, Youngster gegen Oldster, Aufstrebender gegen Arrivierter, Lernender gegen Könner. Die, die dabei waren, können es bestätigen: Das Match war an Spannung nicht zu überbieten.

Yonas Brinkmann hatte in der letzten Saison noch regelmäßig am Beginnersturnier teilgenommen und ist erst in dieser Saison in die Mastersklasse aufgestiegen. Ralf Jonas, ein alter Hase, muss niemandem etwas beweisen. Seine Klasse kennt man seit über 30 Jahren. Nach einer mehrjährigen Spielpause hat er in den letzten Monaten in Berlin an seine alte Stärke angeknüpft.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Beide Spieler waren voll motiviert: Yonas, der es in diesem Turnier weiter gebracht hat als jemals zuvor (seinen größten Erfolg hat er im Jahresendturnier 2016 errungen, als er als Beginnersstarter im damals noch integrierten Turnier das Halbfinale und schließlich den 4. Platz erreicht hat) und nun nach der Krone greifen wollte. Ralf Jonas wollte endlich mal ein Berliner Monatsturnier gewinnen, denn das hatte er seit seinem Comeback noch nicht geschafft.

Und Ralf machte von Anfang an Ernst, setzte Yonas unter Druck, attackierte, zwang Yonas in schwierig zu spielende Verteidigungsstellungen, zeigte sein ganzes hochkarätiges Können und schenkte Yonas nichts. Bald hatte es den Anschein, dass Yonas in diesem Finale dasselbe Schicksal würde erleiden müssen, das er zuvor seinen Gegner bereitet hatte: Chancenloser Untergang.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Schnell lag Yonas 0-6 zurück, nahm eine Pause, gewann danach den ersten Punkt und noch ein gedoppeltes Spiel, musste Ralf wieder ein Spiel überlassen, so dass es aus seiner Sicht 3-7 stand. Yonas gab nicht auf, spielte konzentriert weiter, überlegte in großer Ruhe jeden Zug und konnte ein weiteres Spiel mit Cube auf 2 gewinnen: Da stand es nur noch 4-weg 2-weg, und Yonas ist inzwischen stark genug, um zu wissen, dass er bei diesem Spielstand schon bei geringen Gammonchancen die scharfe Waffe des Cubes zücken soll. Gesagt, getan – aber Ralf konnte dem Gammon entkommen, gewann sogar fast, aber eben nur fast: 2-weg, 2-weg!

Nun zeigte sich, welch großen Respekt beide Spieler voreinander hatten: Bei diesem Spielstand bietet man normalerweise den Cube nach dem ersten Wurf an, aber es dauerte bis zum – gefühlt – 20. Zug, als Yonas Jonas anbot, das Spiel zum Double Match Point zu machen: Take! Ab jetzt ging es in diesem Spiel ums Match! Yonas zwang Jonas in ein Holding Game, brachte seine Steine in Jagdstellung und ließ Jonas nicht aus dem Holding Game heraus. Als er schließlich seine Punkte im Außenfeld auflösen musste, war er dann gezwungen, einen Schuss zu lassen, Ralf konnte aber bei eigenem Closed Board nicht treffen. Der musste seinerseits einen Schuss lassen, den Yonas aber ausließ, weil er einen Blot im Home Board nicht hätte decken können, Respekt vor Ralfs Closed Board hatte und mit leichtem Rennvorsprung ins Rennen ging. Und nach 2 Stunden und 6 Minuten (!) hatte Yonas nur noch einen Stein im Board, und Jonas hatte drei und musste einen Pasch würfeln.

Nach 2 Stunden und 6 Minuten Finale: Jonas‘ letzter Wurf gegen Yonas. Sabine sieht als erste, was die Würfel zeigen.

Was für ein Krimi, was für eine Spannung! Lange schüttelte er den Becher, setzte noch einmal ab, schüttelte wieder – und da lag der matchentscheidende Schlusspasch! Jonas Sieger mit Durchmarsch, Yonas Verlierer – es hätte leicht anders kommen können!

Beide Spieler haben sich mit diesem fair und ruhig ausgetragenen Match auf hohem Niveau den Respekt der Berliner Backgammon-Community verdient. Langanhaltender Beifall belohnte beide Spieler! Yonas, das wagen wir heute zu prophezeien, hat das Zeug, in die erste Backgammonliga aufzusteigen, dorthin, wo Ralf Jonas schon lange zu Hause ist! Glückwunsch Euch beiden!

Das Match habe ich aufgezeichnet und würde es gerne auch in die Dropbox stellen, aber die hat ihre Policy geändert und den Public-Ordner auf Privat umgestellt, so dass das Match-Archiv nicht mehr öffentlich zur Verfügung steht. Wenn einer von Euch eine Lösung für dieses Problem hat, dann könnten wir das Match-Archiv wieder revitalisieren!

Nach dem zweiten Saisonmatch führen nun die beiden Oktober-Finalisten die Rangliste an – Jonas hat mit 168 Punkten 14 Punkte Vorsprung vor Yonas. Dahinter folgen Igor K mit 136, Ralf Sudbrak mit 119 Punkten und Carlo Petkovsek mit 114 Punkten. Hier ist die komplette Rangliste: https://berlin-backgammon.org/berliner-meisterschaft-201718/.

Die Rangliste wird sich beim nächsten Monatsturnier von Berlin Backgammon wieder verändern. Es findet am 11. November 2017 statt und beginnt um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899. Alle Termine stehen im Berliner Backgammon Kalender (https://berlin-backgammon.org/berliner-spieltermine/)

Bis dahin! Viele Grüße
Dankwart

Bis dahin! Viele Grüße

Dankwart

Finalrunde
1. Ralf Jonas
2. Yonas Brinkmann
3. Igor Bakunowizki
4. Ralf Sudbrak

Second Chance
1. Andrè Larsen
2. Igor Kaplanski

Lady’s Prize
Asha Hanka

Satellit
Igor Kaplanski

Speedgammon
1. Tibor Taylor
2. Jerzy Behnke

Beginners (nachrichtlich)
1. Detlef Appel
2. Sabine Brinkmann

Die komplette Turnierdokumentation kann Runde für Runde eingesehen werden.

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