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Yonas gegen Jonas

16. Oktober 2017

Bericht vom 2. Saisonturnier von Berlin Backgammon, Oktober 2017

30 Spielerinnen und Spieler, davon sieben Beginners, versammelten sich am zweiten Oktobersamstag 2017, um miteinander einen angenehmen und entspannten Backgammonnachmittag zu verbringen.

André Larsen, AshaAndré Larsen, Asha

Zum ersten Mal startete bei den Masters Asha Hanka. Sie spielte sich in der Second Chance weit nach vorn!

Tobias (li), JerzyTobias (li), Jerzy

Ein Wiedersehen gab es mit Jerzy Behnke, Stefan Blancke, mit Dezsö Török aus Ungarn und André Larsen aus Tromsø im Norden Norwegens.

Sarah Khan (li), Mel SippelSarah Khan (li), Mel Sippel

Zum ersten Mal war bei den Beginners Sarah Khan dabei, die erst in jüngster Zeit das Backgammonspielen gelernt und Spaß daran gefunden hat.

Spielpause: Maik KernerSpielpause: Maik Kerner

Lange nicht mehr teilgenommen haben Iris Meumann und Maik Kerner, die ebenfalls im Beginnersturnier starteten.

Gute Laune im Beginnersturnier: Iris Meumann (li), Sabine Brinkmann, Zuschauer Detlev lachenGute Laune im Beginnersturnier: Iris Meumann (li), Sabine Brinkmann, Zuschauer Detlev lachen

Schön, dass ihr dabei wart, kommt wieder!

Ralf Jonas (li), Bernhard Ludwig WinkelhausRalf Jonas (li), Bernhard Ludwig Winkelhaus

In dieser Saison spielen wir in der Vorrunden vier Matches á 7 Punkte, und am Ende der Vorrunde standen zwei Spieler ungeschlagen da, von denen noch die Rede sein wird: Ralf Jonas und André Larsen. Die höchte Buchholzwertung der Dreisiegspieler hatte Yonas Brinkmann, der eins der schwersten Lose in der Vorrunde gezogen hatte, es folgten Igor B, Frank Petrikat, Stefan Blancke und auf Platz 7 Igor K.

Thorsten Miesel würfelt, Thomas Frübing konzentriert sich, Dezsö und Tibor beobachtenThorsten Miesel würfelt, Thomas Frübing konzentriert sich, Dezsö und Tibor beobachten

Auf Platz 8 lagen Paul Schlegel und Ralf Sudbrak, beide hatten drei Siege, sechs Buchholzpunkte und 3 Sonneborn-Berger-Punkte und mussten folgerichtig ins Stechen, in dem sich Ralf durchsetzte. Und Günter Schmidt, der ebenfalls drei Siege hatte, musste wegen der schwächeren Buchholzpunkte ebenso wie alle Teilnehmer mit zwei und weniger Siegen in die verlängerte Second Chance. Alle Paarungen der Vorrunde gibt es hier: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#Vorrunde, und den Stand nach Vorrunde hier: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#VorrundeTabelle.

Gegen wen muss ich spielen? Tibor Taylor schaut sich die Paarungen anGegen wen muss ich spielen? Tibor Taylor schaut sich die Paarungen an

Günter hatte heute nicht das große Los gezogen und schied schon in der 1. Runde der Second Chance gegen die Neumastersstarterin Asha aus. Asha konnte im nächsten Match auch Dezsö Török schlagen, scheiterte danach aber an Frank Petrikat.

Thorsten (li), Frank PetrikatThorsten (li), Frank Petrikat

Frank wiederum musste im Halbfinale André Larsen den Vortritt lassen, der es damit einmal mehr in ein Finale – wenn auch nicht ins große – geschafft hatte.

Dezsö (li), GünterDezsö (li), Günter

Detlev Appel, der das Beginnersturnier gewonnen hatte, startete gut und konnte Thorsten Miesel schlagen. Danach traf er auf Igor K, und den hätte er fast geschlagen, wenn er ihm nicht bei 2-weg 3-weg in möglicher Gammonstellung einen Cube angeboten hätte, über den Igor heilfroh war, weil er nun nicht mehr Gammon verlieren konnte. In der Folge konnte Igor sich durchsetzen und danach auch Stefan Blancke schlagen. Damit war er Finalpartner von André! Der aber führte im Match auf 7 Punkte schnell 5-2 und gewann auch das letzte Spiel, das Igor zu Recht früh gedoppelt hatte. Glückwunsch, André und Igor, zu den guten Resultaten! Der Verlauf der Second Chance ist hier dokumentiert: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#SecondChance.

Faxen am Brett: Igor K (li), André Larsen im Finale der Second ChanceFaxen am Brett: Igor K (li), André Larsen im Finale der Second Chance

André Larsen war zuvor aus der Hauptrunde relegiert worden. Das hatte der junge Yonas Brinkmann bewerkstelligt, der in dieser Saison zum zweiten Mal in der Mastersklasse gestartet war. Im Halbfinale ließ er auch Igor B keine Chance und stand im Finale! (Hier sind alle Resultate der Hauptrunde wiedergegeben: https://berlin-backgammon.org/2017/10/15/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-oktoberturniers-2017/#Finalrunde.)

Gute Laune: Igor B (li) und YonasGute Laune: Igor B (li) und Yonas

In der anderen Tableauhälfte hatte der andere Jonas, nämlich Ralf Jonas, zunächst Stefan Blancke in die Second Chance geschickt und danach seinen Namensvetter Ralf Sudbrak geschlagen. So standen sich im Finale Yonas und Jonas gegenüber.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Und das begann kurz nach 23:00 Uhr. Yonas gegen Jonas, Youngster gegen Oldster, Aufstrebender gegen Arrivierter, Lernender gegen Könner. Die, die dabei waren, können es bestätigen: Das Match war an Spannung nicht zu überbieten.

Yonas Brinkmann hatte in der letzten Saison noch regelmäßig am Beginnersturnier teilgenommen und ist erst in dieser Saison in die Mastersklasse aufgestiegen. Ralf Jonas, ein alter Hase, muss niemandem etwas beweisen. Seine Klasse kennt man seit über 30 Jahren. Nach einer mehrjährigen Spielpause hat er in den letzten Monaten in Berlin an seine alte Stärke angeknüpft.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Beide Spieler waren voll motiviert: Yonas, der es in diesem Turnier weiter gebracht hat als jemals zuvor (seinen größten Erfolg hat er im Jahresendturnier 2016 errungen, als er als Beginnersstarter im damals noch integrierten Turnier das Halbfinale und schließlich den 4. Platz erreicht hat) und nun nach der Krone greifen wollte. Ralf Jonas wollte endlich mal ein Berliner Monatsturnier gewinnen, denn das hatte er seit seinem Comeback noch nicht geschafft.

Und Ralf machte von Anfang an Ernst, setzte Yonas unter Druck, attackierte, zwang Yonas in schwierig zu spielende Verteidigungsstellungen, zeigte sein ganzes hochkarätiges Können und schenkte Yonas nichts. Bald hatte es den Anschein, dass Yonas in diesem Finale dasselbe Schicksal würde erleiden müssen, das er zuvor seinen Gegner bereitet hatte: Chancenloser Untergang.

Finale: Yonas gegen JonasFinale: Yonas gegen Jonas

Schnell lag Yonas 0-6 zurück, nahm eine Pause, gewann danach den ersten Punkt und noch ein gedoppeltes Spiel, musste Ralf wieder ein Spiel überlassen, so dass es aus seiner Sicht 3-7 stand. Yonas gab nicht auf, spielte konzentriert weiter, überlegte in großer Ruhe jeden Zug und konnte ein weiteres Spiel mit Cube auf 2 gewinnen: Da stand es nur noch 4-weg 2-weg, und Yonas ist inzwischen stark genug, um zu wissen, dass er bei diesem Spielstand schon bei geringen Gammonchancen die scharfe Waffe des Cubes zücken soll. Gesagt, getan – aber Ralf konnte dem Gammon entkommen, gewann sogar fast, aber eben nur fast: 2-weg, 2-weg!

Nun zeigte sich, welch großen Respekt beide Spieler voreinander hatten: Bei diesem Spielstand bietet man normalerweise den Cube nach dem ersten Wurf an, aber es dauerte bis zum – gefühlt – 20. Zug, als Yonas Jonas anbot, das Spiel zum Double Match Point zu machen: Take! Ab jetzt ging es in diesem Spiel ums Match! Yonas zwang Jonas in ein Holding Game, brachte seine Steine in Jagdstellung und ließ Jonas nicht aus dem Holding Game heraus. Als er schließlich seine Punkte im Außenfeld auflösen musste, war er dann gezwungen, einen Schuss zu lassen, Ralf konnte aber bei eigenem Closed Board nicht treffen. Der musste seinerseits einen Schuss lassen, den Yonas aber ausließ, weil er einen Blot im Home Board nicht hätte decken können, Respekt vor Ralfs Closed Board hatte und mit leichtem Rennvorsprung ins Rennen ging. Und nach 2 Stunden und 6 Minuten (!) hatte Yonas nur noch einen Stein im Board, und Jonas hatte drei und musste einen Pasch würfeln.

Nach 2 Stunden und 6 Minuten Finale: Jonas‘ letzter Wurf gegen Yonas. Sabine sieht als erste, was die Würfel zeigen.

Was für ein Krimi, was für eine Spannung! Lange schüttelte er den Becher, setzte noch einmal ab, schüttelte wieder – und da lag der matchentscheidende Schlusspasch! Jonas Sieger mit Durchmarsch, Yonas Verlierer – es hätte leicht anders kommen können!

Beide Spieler haben sich mit diesem fair und ruhig ausgetragenen Match auf hohem Niveau den Respekt der Berliner Backgammon-Community verdient. Langanhaltender Beifall belohnte beide Spieler! Yonas, das wagen wir heute zu prophezeien, hat das Zeug, in die erste Backgammonliga aufzusteigen, dorthin, wo Ralf Jonas schon lange zu Hause ist! Glückwunsch Euch beiden!

Das Match habe ich aufgezeichnet und würde es gerne auch in die Dropbox stellen, aber die hat ihre Policy geändert und den Public-Ordner auf Privat umgestellt, so dass das Match-Archiv nicht mehr öffentlich zur Verfügung steht. Wenn einer von Euch eine Lösung für dieses Problem hat, dann könnten wir das Match-Archiv wieder revitalisieren!

Nach dem zweiten Saisonmatch führen nun die beiden Oktober-Finalisten die Rangliste an – Jonas hat mit 168 Punkten 14 Punkte Vorsprung vor Yonas. Dahinter folgen Igor K mit 136, Ralf Sudbrak mit 119 Punkten und Carlo Petkovsek mit 114 Punkten. Hier ist die komplette Rangliste: https://berlin-backgammon.org/berliner-meisterschaft-201718/.

Die Rangliste wird sich beim nächsten Monatsturnier von Berlin Backgammon wieder verändern. Es findet am 11. November 2017 statt und beginnt um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899. Alle Termine stehen im Berliner Backgammon Kalender (https://berlin-backgammon.org/berliner-spieltermine/)

Bis dahin! Viele Grüße
Dankwart

Bis dahin! Viele Grüße

Dankwart

Finalrunde
1. Ralf Jonas
2. Yonas Brinkmann
3. Igor Bakunowizki
4. Ralf Sudbrak

Second Chance
1. Andrè Larsen
2. Igor Kaplanski

Lady’s Prize
Asha Hanka

Satellit
Igor Kaplanski

Speedgammon
1. Tibor Taylor
2. Jerzy Behnke

Beginners (nachrichtlich)
1. Detlef Appel
2. Sabine Brinkmann

Die komplette Turnierdokumentation kann Runde für Runde eingesehen werden.

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Runde für Runde: Verlauf des Berliner Oktoberturniers 2017

15. Oktober 2017

Runde für Runde: Verlauf des Berliner Oktoberturniers 2017

Die Spielpaarungen der Vorrunde, die Tabelle nach der Vorrunde, die Stechen, die Finalrunde und die Second Chance des Turniers vom 14. 10. 2017 gibt es hier

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Einladung zum Monatsturnier der Berliner Meisterschaft im „en passant“ am 14. Oktober 2017

30. September 2017

-> English Version below

Das nächste Turnier von Berlin Backgammon steht bevor! Nur noch wenige Tage sind es bis zu unserem
Monatsturnier der Berliner Meisterschaft.

Wann: Samstag, 14. Oktober 2017.

Registration ab 12:30 Uhr
Auslosung gegen 12.55 Uhr
Spielbeginn 13:00 Uhr

Wo: en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899
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Lateinamerika zu Gast in Berlin

17. September 2017

Bericht vom Saisonauftaktturnier von Berlin Backgammon, September 2017

Die neue Saison unserer Berliner Backgammon-Meisterschaft hat dieses Mal im September statt im Januar begonnen, und das war nicht das einzige, was ab diesem Jahr anders ist als bisher:

Wir spielen in der Vorrunde nun Sieben-Punkte Matches. Das gibt mehr und vielleicht auch interessantere Cube-Entscheidungen als in Fünf-Punkte-Matches, die eher Endspielcharakter haben. Zum Ausgleich spielen wir in der Vorrunde nur noch vier Matches. Obwohl sich die Gesamtzahl der in der Vorrunde gespielten Punkte damit leicht erhöht hat, und zwar von 25 auf 28, dauert die Vorrunde nicht länger als bisher.

Dann fällt das Stechen weg. Viele haben die Ein-Punkt-Matches wenig geliebt. Nun ist die Second Chance um eine Runde, bei mehr als 35 Teilnehmern zwei Runden länger. In den zusätzlichen Runden werden Drei-Punkt-Matches gespielt.

Zudem gibt es in dieser Saison erstmals Gutschriftpunkte in der Rangliste. Diese erhält vor dem Saisonendturnier, wer nicht öfter als ein Mal fehlt, und zwar in Höhe des schwächsten Monatsturniers der Saison. Wer zwei Mal oder öfter fehlt, erhält keine Gutschrift.

Mel, FarukMel, Faruk

26 Spielerinnen und Spieler, davon vier Beginners, wollten das neue System gleich zum Saisonauftakt in der Praxis kennenlernen.

Zwei von ihnen hatten eine besonders weite Anreise:

Yonas (li), AlbertoYonas (li), Alberto

Alberto Bertot ist aus Rosario/Argentinien zu unserem Turnier gekommen, und Carlos Masias wohnt in Lima, der Hauptstadt von Peru. Ist es nicht schön, dass Backgammon auf der ganzen Welt gespielt wird? Und dass unsere kleine ausgesuchte Community es erlaubt, Kontakte in die ganze Welt zu knüpfen? Sowohl Alberto als auch Carlos sind passionierte und erfahrene Backgammonspieler und starteten in der Championsklasse.

Carlos (li), PeterCarlos (li), Peter

Zum ersten Mal dabei war René Heldmaier, der zunächst bei den Beginners startete, aber schon weiß, was Equity ist. Wir erwarten Dich demnächst in der Championsklasse, René!

René (li), DetlevRené (li), Detlev

Schon länger hat Paul Schlegel aus Dresden nicht mehr teilgenommen. Die Pause hatte er nötig, um sein Studium erfolgreich zu beenden, und nun will er wieder einsteigen. Er schaffte es bis ins Viertelfinale der Second Chance.

Ebenfalls nach längerer Pause hat Peter Naguib, der Sieger des Jahresendturniers 2015, an unserem Turnier teilgenommen. Von ihm werden wir noch hören.

Der Berliner Youngster Yonas Brinkmann, normalerweise Beginnersstarter, trat dieses Mal in der Championsklasse an. Yonas wird immer besser, auch von ihm werden wir noch hören.

Auch Sokrates Bukalis, der die letzte Saison überwiegend geschwänzt hat :), war wieder dabei.

Willkommen bei unserem Berliner Turnier, ihr Neuen, und willkommen zurück, ihr neu Eingestiegenen! Hoffentlich hat es Euch so gut gefallen wie den anderen auch!

Mel (li), SabineMel (li), Sabine

Leo zeigte gleich, dass er zu den besten Spielern des Feldes gehört, und spielte sich mit vier Siegen durch die Vorrunde. Sieben weitere Spieler hatten drei Siege und zogen unangefochten in die Hauptrunde ein (alle Ergebnisse hier: https://berlin-backgammon.org/2017/09/17/runde-fur-runde-verlauf-des-berliner-septemberturniers-2017/), unter ihnen auch Yonas, der, das ist zu betonen, sonst bei den Beginners startet. Der Neunte der Vorrundentabelle hatte nur zwei Siege, und so war es dieses Mal nicht notwendig, die Nebenwertungen zu bemühen, um die Teilnehmer der Hauptrunde zu bestimmen. Damit hat sich auch gezeigt, dass eine Vorrunde mit vier Matches nicht notwendig zu einem Klumpen in der Mitte des Feldes führt.

Aber am Ende der Vorrundetabelle gab es mehr traurige Gesichter als sonst: Insgesamt drei Spieler sind sieglos geblieben und durften nicht in die Second Chance. Alle anderen spielten in der um eine Runde unteren KO-Gruppe.

In der Hauptrunde konnte Leo Waters nacheinander Ralf Jonas und Peter Naguib schlagen und stand damit im Finale, wo er auf den traf, der zuvor Yonas Brinkmann und Dankwart Plattner geschlagen hatte: Rolf Schüler.

Vor dem Finale: Rolf (re), LeoVor dem Finale: Rolf (re), Leo

Rolf führte im Neun-Punkte Match schon hoch, und Leo war dabei, sich wieder heranzukämpfen. Doch dann gewann Rolf ein Gammon mit Cube auf 2, und Spiel, Match und Turniersieg waren sein! Leo hatte immerhin den zweiten Platz errungen. Im Spiel um Platz 3 konnte sich Dankwart im Double Match Point gegen Peter Naguib durchsetzen. Glückwunsch euch allen!

Yonas Brinkmann, der sein Viertelfinale verloren hatte und in die Second Chance relegiert worden war, machte es wie jeder gute Sportler, wischte den Ärger über das im DMP verlorene Viertelfinale fort, dachte nach vorn und konzentrierte sich auf das nächste Match. Diese Herangehensweise war erfolgreich, denn er konnte nacheinander Faruk Kocaer und Igor Kaplanski schlagen und stand damit im Finale der Second Chance! Carlo Petkovsek, der mit zwei Vorrundensiegen direkt in die Second Chance eingezogen war, hatte einen weiteren Weg: Nach dem verdienten Freilos in der ersten Runde musste er nacheinander Thomas Krüger, Ralf Sudbrak und Michael Horchler schlagen.

Im Finale der Second Chance: Yonas (li), CarloIm Finale der Second Chance: Yonas (li), Carlo

Nach diesen Siegen stand er als zweiter Finalist fest. Im Finale wehrte Yonas sich zwar tapfer, fand aber keine Gegenwehr gegen den wie entfesselt aufspielenden Carlo und musste sich schließlich geschlagen geben: Am Ende eines langen Turniers hieß es Sieg für Carlo, Yonas wird Zweiter! Für beide ein schöner Erfolg, Glückwunsch!

In der neuen Rangliste ist Carlo Petkovsek nun hinter dem Turniersieger Rolf Schüler und dem Finalisten Leo Waters, die nur zwei Pünktchen trennen, Dritter. Dankwart ist Vierter und Yonas Fünfter.

Das nächste Monatsturnier von Berlin Backgammon findet am 14. Oktober 2017 statt. Es beginnt um 13 Uhr (Anmeldung ab 12:30 Uhr, Auslosung um 12:55 Uhr) im en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899. Alle Termine stehen im Berliner Backgammon Kalender (https://berlin-backgammon.org/berliner-spieltermine/)

Bis dahin! Viele Grüße

Dankwart

Finalrunde
1. Rolf Schüler
2. Leo Waters
3. Dankwart Plattner
4. Peter Naguib

Second Chance
1. Carlo Petkovsek
2. Yonas Brinkmann

Satellit
Thomas Krüger

Speedgammon
1. Rolf Schüler / Peter Naguib

Beginners (nachrichtlich)
1. Mel Sippel
2. René Heldmaier

 

Die komplette Turnierdokumentation kann Runde für Runde eingesehen werden.

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Runde für Runde: Verlauf des Berliner Septemberturniers 2017

17. September 2017

Runde für Runde: Verlauf des Berliner Septemberturniers 2017

Die Spielpaarungen der Vorrunde, die Tabelle nach der Vorrunde, die Stechen, die Finalrunde und die Second Chance des Turniers vom 16. 9. 2017 gibt es hier

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Einladung zum Saisonauftaktturnier der Berliner Meisterschaft im „en passant“ am 16. September 2017

10. September 2017

-> English Version below

Das nächste Turnier von Berlin Backgammon steht bevor! Nur noch wenige Tage sind es bis zu unserem
Saisonauftaktturnier der Berliner Meisterschaft 2017/2018.

Wann: Samstag, 16. September 2017.

Registration ab 12:30 Uhr
Auslosung gegen 12.55 Uhr
Spielbeginn 13:00 Uhr

Wo: en passant, Schönhauser Allee 58 (U2 Eberswalder Str.), 10437 Berlin, Tel. 0177–7383899
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Nicht nur Backgammon: Streiflichter aus Georgien

31. August 2017

Bericht vom Worldwide Trophy-Turnier in Georgien, Mai 2017

Amerikaner haben es einfach: Sie wissen genau, wo Georgien liegt, es schwirrt ihnen sozusagen immer im Kopf herum, als Melodie, als Text, als Befindlichkeit. Aber wissen wir es? Als Reise- und Urlaubsland ist es so gut wie unbekannt. Gerade einmal 25.000 deutsche Touristen finden jedes Jahr den Weg nach Georgien, das östlich des Schwarzen Meers zwischen Russland, der Türkei, Aserbeidschan und Armenien liegt.

Liegt es in Europa, liegt es in Asien? Es grenzt an den Nordosten der Türkei, liegt jenseits des türkischen Kleinasiens, also in Asien. Aber es befindet sich westlich des Uralgebirges, also in Europa. Für Nino, unsere gute Fee, ist das gar keine Frage: Geographisch, geistig, der Befindlichkeit und Orientierung seiner Bewohner nach liegt es in Europa.

Als wir vor zwei Jahren Georgien das erste Mal besucht haben, schenkten uns die Grenzbeamten am Flughafen von Tiflis eine Flasche Wein. Georgien rühmt sich seiner uralten Weinbautradition. Den Weinbau hat es in jüngster Zeit nicht nur wiederbelebt, sondern auch modernisiert. Inzwischen gibt es organisierte Fahrten zu den Weingütern in den Anbauregionen, mit komfortablen Übernachtungs- und reichlich Verkostungsmöglichkeiten. Wer den süßen Wein erwartet, der in den 70er Jahren auch hierzulande noch dem vorherrschenden Geschmack entsprach, der wird eher enttäuscht. Aus Rebsorten, die im Rest der Welt ganz und gar unbekannt sind und oft schwer aussprechliche Namen tragen, wird in Georgien durchweg guter Wein gekeltert, der heutigen Standards entspricht.

Hat uns besonders gut geschmeckt: TsolikouriHat uns besonders gut geschmeckt: Tsolikouri

Aber 2017 sind wir nicht wegen des Weins nach Georgien gefahren, obwohl er uns eine angenehme Beigabe ist. Auch nicht wegen der überwältigenden Naturschönheiten, allen voran das grasgrüne Hochgebirge des Kaukasus, der Georgien im Norden von Russland trennt. Anders als die sich schroff auftürmenden Alpen ist der Kaukasus von sanftgrünen Matten überdeckt, die auch weit über der Baumgrenze das Bild eines hügeligen Mittelgebirges bieten. Und auch nicht wegen der sehenswerten Kirchen und Klöster, die in diesem sehr früh christianisierten Land schon immer eine bedeutende Rolle für Kultur und Wissenschaft gespielt haben.

Im Kaukasus treffen sich Mythologie und christlicher Glauben: Hoch über der Kleinstadt Stepanzminda thront inmitten grüner Grasmatten malerisch die kleine Kirche des heiligen Stefan, zu der ein Kloster gehört, das zumindest im Sommer von Mönchen bewohnt und bewirtschaftet wird. Darüber türmt sich der mächtige, fast 5000 Meter hohe Felsenkegel des Kazbeg, an den die Götter den aufsässigen Prometheus gekettet haben sollen, nachdem er den Menschen das Feuer – die Erkenntnis – gebracht hat. Ein wahrhaft titanischer Berg, dessen es zur Bestrafung des Titanen bedurfte!

Das alles haben wir bei unserem diesjährigen Besuch nicht im Sinn. Wir wollen in Tiflis, der Hauptstadt des Landes, Backgammon spielen, bei einem großen internationalen Turnier, das fast 170 Spieler nicht nur aus ganz Georgien, nicht nur aus den umliegenden Ländern, sondern auch aus Westeuropa und sogar aus den USA angezogen hat. Das Interesse wird dadurch verstärkt, dass als Gewinnprämien nicht nur die eingezahlten Startgelder zur Verfügung stehen, sondern ein Zusatzbetrag, das sogenannte Added money, das ein Sponsor bereitgestellt hat. Wie sagte doch ein deutscher Weltklassespieler, der auch dabei war: Ich versuche jedes Turnier, dass ein Added auszahlt, mit meiner Teilnahme zu honorieren. Recht hat er!

Wer bereits ein paar Tage vor Turnierbeginn angereist ist, kann sich das raue und doch von einer eigentümlichen Leichtigkeit geprägte Tiflis ansehen, durch die Straßen flanieren, Museen besuchen, die georgische Küche genießen. Ich habe dieses Mal ein Konzert im Konservatorium gewählt, das gerade das 100. Jahr seines Bestehens mit einer Konzertreihe feiert. In den zwei Stunden des Nachmittags werden überwiegend kurze Stücke für kleine Besetzungen georgischer Komponisten geboten, die am ehesten der klassischen Moderne zuzurechnen sind. Mal mehr, mal weniger meine ich zu hören, manchmal nur zu spüren, dass viele von ihnen in der georgischen Volksmusik grundiert sind.

Nachmittagskonzert im KonservatoriumNachmittagskonzert im Konservatorium

Natürlich hätte ich stattdessen auch das Stadtmuseum besuchen können. Dort bekamen wir vor zwei Jahren beim Betrachten von alten Fotografien einen Eindruck vom beschwerlichen Leben der einfachen Leute am Ende des vorletzten Jahrhunderts, aber auch von den Anfängen bürgerlicher Wohnkultur, die zwischen den Nachwehen osmanisch-orientalischer Behaglichkeit und – damals!, im 19. Jahrhunder – modernem westeuropäischem Stilwillen schwankte. Das Bürgertum nutzte eifrig die technischen Errungenschaften des fernen Westens, als da wären Phonograph, Schreibmaschine, Fotoapparat.

Auch die Nationalgalerie in Tiflis wäre einen Besuch wert gewesen. Sie bedarf dringend der Renovierung. Die Finanzierung aber steht noch nicht, wie unsere deutschsprachige Führerin berichtet hat und auch dieses Mal berichten würde, so dass die meisten Räume bis auf weiteres geschlossen sind. Dafür bekommen wir die wertvollsten Teile der Sammlung in der Schatzkammer zu sehen, Schmuck aus Email, Silber und Gold aus den Jahrhunderten um die christliche Zeitenwende, Ikonen aus den christlichen Jahrhunderten.

Besonders beeindruckend eine Darstellung Christi auf dem Ölberg, die den unbekannten Künstler dazu bewog, die prinzipiell nicht darstellbaren christlichen Mysterien in Formen zu gießen, die die abstrakte Kunst des 20. Jahrhunderts vorwegzunehmen scheinen – und das im 11. Jahrhundert! In manchen Ikonen wird byzantinischer Einfluss sichtbar, spätere bezeugen mit ornamental eingesetzten farbigen Edelsteinen orientalischen Einfluss. Im 18. Jahrhundert macht sich westlicher Einfluss, in diesem Fall des Rokoko, bemerkbar.

Am Abend hätten wir uns so wie zuvor in einem Schwefelbad erholen können. Tbilisi, wörtlich die heiße Stadt, besitzt eine Vielzahl davon. Sie gehen auf die Schwefelwasserquellen zurück, die König Wachtang I. Gorgassali im 5. Jahrhundert auf der Jagd entdeckte. Als ihm seine Diener den erlegten Fasan wenige Minuten nach dem Schuss brachten, war der ins Wasser gefallene Vogel bereits verzehrfertig gegart – so berichtet es die Legende. Wir glauben sie aufs Wort, sobald wir die Füße ins Wasserbecken unseres private rooms setzen – und sofort wieder zurückziehen, denn die heißen Quellen sind wirklich heiß! Als wir uns langsam daran gewöhnt haben und schließlich bis zum Hals ins Becken eingetaucht sind, ist die gebuchte Stunde fast um. Erst jetzt erscheint der bestellte Masseur, dem wir zeitbewusste Teutonen bedeuten, dass wir für das gebuchte Peeling nun leider keine Zeit mehr hätten. Kein Problem, hier gehen die Uhren anders, hier gibt es Stunden, die länger sind als andere. Nur darum kann nach erfolgreichem Peeling des Mannes sich die Masseurin auch noch in aller Ruhe den weiblichen Teil unserer kleinen Gesellschaft vornehmen und innerhalb der der georgisch-orientalisch gelängten Stunde alles vollbringen, was gebucht war.

Keine Frage, mit den Annehmlichkeiten des Pauschaltourismus hat das wenig zu tun. Aber auch nicht mit seinen Schrecken. Kein Animateur verlangt von einem, munter und freudig unsinnige Spiele mitzumachen. Stattdessen gibt es Verständigungsschwierigkeiten (wohl dem, der russisch kann, der kann wenigstens mit den Älteren kommunizieren), Unklarheiten, Zweifel, unverstandene und deshalb unbeantwortete Fragen. Aber dafür gibt es eine raue Herzlichkeit, die am Ende doch alles richtig zusammenfügt.

Und eine Hilfsbereitschaft, die man sich kaum irgendwo sonst auf der Welt vorstellen kann. Auf dem Weg in einen abgelegenen Teil Georgiens hoch oben im Kaukasus, in das Dorf Shatili in Chewsuretien, haben wir mit unserem Mietwagen, einem alten japanischen SUV mit extra viel Bodenfreiheit, eine Reifenpanne. Auf der Schotterpiste, die streckenweise noch nicht einmal das ist, hat sich ein kleiner spitzer Stein in den Reifen gebohrt. Während wir mit dem Radwechsel beginnen, hält ein aus den Bergen kommender SUV. Mann und Frau bieten uns in einer Mischung aus Georgisch, einigen Brocken Englisch und Russisch Hilfe an. Hier lernen wir nun georgische Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft kennen. Tatkräftig packt der Mann, mit an und übernimmt die Arbeit angesichts unserer ungeübten Handgriffe schließlich selbst.

Das ist aber noch nicht alles: Verbunden mit der Warnung, dass es in den Bergen keinen Vulkaniseur gäbe, der den kaputten Reifen reparieren könne, bietet er uns für den Fall des Falles sein eigens Reserverad an, obwohl er selbst noch einige Kilometer Schotterpiste vor sich hat. Es hat zwar nicht die Dimension unseres Rades, aber im Zweifel kommen wir damit weiter. Unseren platten Reifen will er mit nach Tiflis nehmen. In zwei Tagen, wenn wir wieder zurück sind, sollen wir ihn bei ihm abholen. Gesagt, getan, die Ersatzräder werden getauscht. Wir haben seine Telefonnummer, er hat von uns nichts. Gibt es viele Orte auf der Orte auf der Welt, wo einem solch tatkräftig-praktische Hilfe widerfährt? Wir sind dankbar und fast ein bisschen beschämt, als wir uns verabschieden. In Deutschland können Georgier mit einer Reifenpanne gewiss nicht so viel Vertrauen und Hilfe erwarten. Den Reifen holen wir zwei Tage später wieder ab, seinen bekommt er zurück. Den georgischen Wein, den wir zum Dank für ihn gekauft haben, möchte er nicht annehmen. Aber die kubanische Zigarre, die wir für alle Fälle auch dabei haben, nimmt er doch und schenkt uns noch eine süße Wassermelone. Danke, unbekannter Georgier!

Vor dem HalbfinaleVor dem Halbfinale

Aber ich bin ja hier, um Backgammon zu spielen. Das tue ich nun, vier Tage lang, fast ohne Pause, ich bin vom ersten bis zum letzten Turniermatch dabei, und ich habe viel Spaß daran, in den letzten Runden nicht mehr im großen Saal, sondern im VIP-Raum spielen zu dürfen, wo es ruhiger ist. Ich kann mit Geschick und dem notwendigen Quentchen Glück zwei sogenannte Backgammon-Giants schlagen, von denen insgesamt zehn am Turnier teilnehmen. Eine Trophäe ist denkbar nahe, aber dann treffe ich auf Zdenek Zizka, den jungen Tschechen, der kaum der Pubertät entwachsen schon einer der besten Spieler der Welt ist und natürlich ebenfalls ein Giant. Das geht nicht gut, aber ich gönne es ihm. So ein schönes Turnier habe ich schon lange nicht mehr gespielt.

Abschlussfeier mit SiegerehrungAbschlussfeier mit Siegerehrung

Damit ist die Reise aber noch nicht zu Ende. Die nationale georgische Tourismusbehörde und die georgische Backgammonföderation haben sich etwas Besonderes ausgedacht. Einen fünftägigen Aufenthalt in Georgien für Journalisten, die gerne Backgammon spielen, verbunden mit einem Backgammonturnier. Als bekannter Berliner Backgammonjournalist habe ich einen der kostbaren Plätze ergattert, und so fahre ich mit 31 anderen, die meine Leidenschaft und meine Passion für Georgien teilen, nach Tskaltubo in der Nähe von Kutaisi, der alten Hauptstadt Georgiens.

Zwischendurch spielen Journalistinnen und Musiker miteinanderZwischendurch spielen Journalistinnen und Musiker miteinander

Tskaltubo wird beherrscht von den vielen Bädern, in denen sich Heilungsuchende von allen möglichen Leiden befreien lassen können. Oder sie wenigstens lindern können. Ich habe aber keine Leiden, die sich mit Radonbädern lindern lassen, und für Menschen wie mich hatte bereits ein deutscher Reiseführer aus sowjetischer Zeit den Hinweis parat, dass an Tskaltubo das Beste die Buslinie Nr. 8 sei, die einen in wenigen Minuten nach Kutaisi bringe. In den bald 30 Jahren, die seit damals vergangen sind, hat sich daran nichts geändert. Bäder, Bäder, Bäder, sonst nichts. Und auch noch fast pausenloser Regen. Bis auf die Besichtigungen zweier Klöster, einer Tropfsteinhöhle, von der eine Orgelpfeifenformation im Gedächtnis haften bleibt, und einer wildromantischen Schlucht mit Wasserfall bleibt da nur die Hotelbar, in der ausgezeichneter georgischer Wein serviert wird.

Unsere internationale Gesellschaft macht das Beste daraus: Wir sprechen dem Wein zu und miteinander in allen möglichen Sprachen über Gott und die Welt, wir trotzen dem Regenwetter und spielen Backgammon.

Nachtblick auf TiflisNachtblick auf Tiflis

Zum Schluss, wieder in Tiflis, organisieren die Veranstalter einen Abschlussabend in einem der besseren Restaurants der Stadt für uns. Natürlich herrscht wieder nasskaltes Regenwetter, aber das köstliche Essen und der Wein entschädigen uns. Es herrscht ausgelassene Stimmung, wir tanzen, wir stehen auf der Terrasse hoch über dem Flusstal und genießen den Blick hinunter und auf die Lichter der Stadt. Georgien, wir kommen wieder!

Dankwart